BONJOUR PARIS!
Eine Begegnung mit der Moderne

Volker Ranisch

VOLKER RANISCH in einem Kammerspiel des Ring Theaters Zürich nach den „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ von Rainer Maria Rilke.

Rilkes Roman spielt in der Kulisse der Großstadt, in Paris, Anfang des 20. Jahrhunderts.

Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der - nach dem frühen Tod der Mutter und dem späteren des Vaters - als letzter Spross eines mit ihm nun aussterbenden Adelsgeschlechtes versucht, in Paris als Dichter zu leben. Dort dringt eine überwältigende Großstadtwirklichkeit auf ihn ein, die ihn zwar in tiefste Daseinsangst versetzt, ihn aber auch die "Innenseite der Dinge" erfühlen und erfahren lässt. Aus dem eigenen Inneren drängt sich dabei Unerkanntes und Verlorenes aus ungeborgener Kindheit hervor, verknüpft sich mit Vergangenheit und mündet schließlich in eine Legende: in die Geschichte des verlorenen Sohnes als die "Legende dessen, der nicht geliebt werden wollte".

Geheimnisvoll umkreist Malte ein verborgenes Zentrum, dem er sich nicht zu nähern vermag. Er ringt darum - in seiner Virtuosität nicht ohne Komik - das Unsagbare in Worte zu fassen. Denn alle Zeichen kündigen es an, alles strebt darauf hin: auf das Gleiten, das Stürzen, das Fallen ins Bodenlose einer von ihm nicht mehr durchschaubaren Welt. Die Inszenierung wurde nach ihrer Zürcher Premiere erfolgreich als Gastspiel im In- und Ausland gespielt (u.a. Theater im Palais, Berlin, Staatsschauspiel Nürnberg, Atelier Marcel Hastir, Brüssel)

Volker Ranisch vermittelt in seiner Darstellung außerordentliche Sensibilität. Angst, Staunen und Neugier beseelen seinen Malte, mitunter auch ein komisches Entzücken über die seltsame Einrichtung dieses Planeten. Aber da ist nichts Priesterliches, nichts Orakelhaftes. Gnadenlos geschliffen spricht er diese funkelnde, harte, präzise Prosa. Das verleiht ihm etwas Hiesiges. Das gibt ihm Bodenhaftung und eine wohltuend weltliche Dimension.

 

(Zürcher Tages-Anzeiger)

Volker Ranisch kam in Chemnitz auf die Welt. Er studierte von 1986 bis 1990 an der Leipziger Theaterhochschule Schauspiel und war danach an den Städtischen Bühnen in Leipzig engagiert, später auch 5 Jahre am Theater im Palais.
Gastrollen führten ihn weiter an das Deutsche Theater in Berlin und an das Zürcher Schauspielhaus.
In Zürich und anderen Städten hat er auch inszeniert und unterrichtet darüber hinaus an der Gesangsschule „Maria Baldauf“ Schauspielmethodik. Im Fernsehen war er in einigen „Tatort“- und „Polizeiruf 110“-Folgen und im ZDF-Vierteiler „Liebesau - die andere Heimat“ zu sehen.

Vorstellung

05.06.2019, 19.30 Uhr

Gastspiel Ring Theater Zürich

BONJOUR PARIS! Eine Begegnung mit der Moderne

Kammerspiel nach den "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
von Rainer Maria Rilke

Mit Volker Ranisch