Theodor Fontane
"Auch das Schlimmste kann nicht weilen"

Drei Studierende an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ präsentieren mit jugendlichem Charme Lieder und Texte von Theodor Fontane. Neben bekannten Balladen wie „John Maynard“ oder „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ stehen weniger bekannte Natur- und Liebesgedichte, auch politische Lyrik wie „Das Trauerspiel von Afghanistan“.

„Mein Balladen-Kapital ist das einzige Kapital, das ich euch hinterlasse“ schrieb Theodor Fontane 1885 an seinen Sohn Theo. „Wie hoch Ihr das veranschlagen wollt, muss ich Euch überlassen. Wäre der Sinn der Nation ein anderer, so würde dem vorstehenden Satz jede Bitterkeit, jede Selbstironie fehlen, wie's aber mal steht und liegt, ist eine alte, sieben Jahre getragene Hausweste allerdings mehr wert als eine Ballade.“ Über hundert Jahre später finden sich Fontanes Balladen wie „John Maynard“, „Die Brück am Tay“ oder „Waldemar Atterdag“ noch immer in Anthologien, Lesebüchern und Lyrik-Programmen. Weniger bekannt sind seine Natur- und Liebesgedichte oder die politische Lyrik wie „Das Trauerspiel von Afghanistan“ und seine Berliner Spottverse. Unsere Auswahl zu Fontanes 200. Geburtstag reicht von den frühen Gedichten aus der poetischen Rezeptur des Berliner Apothekergehilfen bis zu den späten philosophischen Versen des gefeierten Romanciers und Reiseschriftstellers. Damit befinden wir uns in der Gesellschaft von Thomas Mann, der 1910 über den Dichter schrieb : „Mir persönlich sei das Bekenntnis erlaubt, dass kein Schriftsteller der Vergangenheit oder Gegenwart mir die Sympathie und Dankbarkeit, diese unmittelbare Erheiterung, Erwärmung, und Befriedigung erweckt, die ich bei jedem Vers, jeder Briefzeile, jedem Dialogfetzchen von ihm empfinde.“

(Holger Teschke)

Vorstellung

25.04.2020, 19.30 Uhr

Gastspiel

Theodor Fontane
"Auch das Schlimmste kann nicht weilen"
Lieder und Texte

Lotte Schubert
Janek Maudrich
Daniel Warland

Jürgen Beyer - Klavier
Holger Teschke - Regie