Theodor Fontane
GRETE MINDE

Szenische Lesung mit Christian Klischat

GRETE MINDE
Novelle nach einer altmärkischen Chronik
 
Lichterloh brennt sie, die ehrenwerte Kaufmannsstadt, und nichts und niemand bleibt von der schrecklichen Verwüstung verschont. Entsetzt sucht man nach einem Schuldigen und findet ihn in der Unschuld. Mit falschem Zeugnis erhebt die märkische Elbestadt Anklage gegen Grete Minde und richtet sie als Brandtsifterin hin: so geschehen in Tangermünde zu Beginn des 17. Jahrhunderts!
 
Fast freihundert Jahre später gewinnen beide - Tat und Figur - Unsterblichkeit, als sich einer der großen deutschen Romanciers im 19. Jahrhundert des "brillanten Stoffes" annimmt. Theodor Fontanes "Grete" hat jedoch mit dem altmärkischen Vorbild nicht viel mehr als Ort, Zeit, Name und das apokalyptische Finale gemeinsam. Historische Genauigkeit ist es nicht, was die 1879 erschienene Novelle beherrscht. Ihr geht es vielmehr um "Charakter", um Menschenschilderung, um "ein Stück Wahrheit". Fontane schreibt von "Grete Minde, Patrizierkind, das durch Habsucht, Vorurteil und Unbeugsamkeit von Seiten ihrer Familie, mehr noch durch Trotz des eignen Herzens in einigermaßen großen Stil, sich und die halbe Stadt vernichtend, zugrunde geht." Auf zwei Jahre verdichtet er die Geschehnisse um sein höchst dramatisches Charakterbild und webt die Geschichte ein in ein kunstreiches Geflecht aus Sagen- und Märchenmotiven, Volksliedern und balladesken Tönen: eine berührende Reise in die schicksalhaften Verstrickungen einer jener plastischen Frauenfiguren, für die Fontanes Werk vor aller Welt ausgezeichnet ist.

Vorstellung

20.11.2018, 19.30 Uhr

GASTSPIEL

Theodor Fontane
GRETE MINDE   

Szenische Lesung

Regie und Einrichtung:
Götz Brandt (u.a. Redakteur, Drehbuchautor, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Mainz)

Spiel:
Christian Klischat

Spieldauer: 90 min. ohne Pause