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Faszination
Sprache Über den Jugendclub des Theaters im
Palais In wenigen Wochen nimmt der Jugendclub des Theaters im Palais unter der Leitung des Berliner Schauspielers und Theaterpädagogen Stefan Kleinert seine Tätigkeit wieder auf. 2006 ins Leben gerufen, besteht JUST („Jugendliche spielen Theater“) heute aus 15 Jugendlichen im Alter von 17 bis 25 Jahren, die nach Werken von Shakespeare, Lessing, Büchner und Kafka zuletzt Kleists „Hermannsschlacht“ und Musils „Verwirrungen des Zöglings Törleß“ erfolgreich zur Premiere brachten. Keine leichte Kost, die Herausforderung nicht unerheblich. „Ich will die jungen Leute nicht schonen, sondern sie vor eine Aufgabe stellen“, so Kleinert, dessen Arbeit auf einem sprachlich-inhaltlichen Ansatz beruht und bereits in den regulären Spielplan des literarischen Kammertheaters am Festungsgraben integriert wurde. Seine niveauvollen Inszenierungen lassen der Sprache in der Tat jenen Stellenwert zukommen, den ihr ein zurzeit popularisiertes, auf dem rein körperlichen Ausdruck basierendes Performancetheater streitig macht. Die Anforderung, die der Pädagoge an die Jugendlichen stellt, umfasst sowohl die Beschäftigung mit dem manchmal sperrigen, altertümlichen Stil früherer Autoren als auch die kritische Annäherung an Werke der Weltliteratur in einem kulturgeschichtlichen Kontext. Doch ist traditionsbewusstes Sprechtheater für eine Generation noch attraktiv, die ihr gesteigertes Bedürfnis nach Ausdruck und Selbstdarstellung dank Plattformen wie Twitter oder Facebook befriedigt und unter Kommunikation eine rasante Abfolge bis ins Kryptische gekürzter, meist belangloser Statusmeldungen oder SMS versteht? – Es mag verblüffen, dass auf die Frage, was ihn am meisten am Theater begeistert, Fitim Qenaj (19), treuestes Mitglied des Jugendclubs, ohne zu zögern die Sprache nennt. Das Konzept Sprache scheint aufzugehen, ernteten doch Kleinerts Inszenierungen auch bei der zweifachen Teilnahme von JUST am Klubszene Festival der Berliner Bühnen besonders viel Begeisterung und Beifall unter den jungen Nachwuchsschauspielern. Sprache fasziniert zweifellos, und der verbale Austausch sowohl auf als auch abseits der Bühne zeichnet die wöchentlichen Proben des Jugendclubs aus. Der Theaterpädagoge macht den Heranwachsenden die klassischen Stoffe zugänglich, indem er einen Bogen von den Inhalten des zu erarbeitenden Stückes zu gesellschaftlichen und sozialpolitischen Fragen der Gegenwart spannt. Durch die Auseinandersetzung mit Ereignissen der Vergangenheit wird unweigerlich die Sensibilität für Themen geweckt, die uns hier und jetzt betreffen, und die Begegnung mit fiktiven Personen führt die Jugendlichen in der Regel zu einem Face-à-face mit sich selbst. So erhält Kleinerts Arbeit neben ihrem ausgeprägten Bildungsanspruch auch einen erzieherischen und entwicklungsfördernden Aspekt. „Die Rollen, die ich spiele, sagt Fitim, ein bekennender Perfektionist, habe ich nie zur Gänze begriffen. Die Figuren sind ständig im Entstehen – wie ich selbst.“ In dieser wichtigen Phase der jugendlichen Identitätsfindung fungiert Kleinert neben seiner Position als Theaterpädagoge auch als Ansprechperson für die Heranwachsenden. Über die Beschäftigung mit Literatur gelangen in der Tat Probleme wie etwa Mobbing, Vergewaltigung, Situation der Einwanderer etc. zur Diskussion. – Fitim ist beispielsweise Kosovo-Albaner und flüchtete vierjährig mit seinen Eltern nach Deutschland. Die Jugendlichen lernen somit in einem geschützten Rahmen, sich mit Konflikten und den dabei frei werdenden Gefühlen auseinanderzusetzen, Verantwortung für sich sowie die Gruppe zu übernehmen und entwickeln zugleich Engagement und Selbstbewusstsein. Kleinerts wertvollstes Honorar für seine theaterpädagogische Tätigkeit? „Das Vertrauen und die Dankbarkeit der Jugendlichen.“ Seine Ziele für die Zukunft? „Eine gewisse Wachsamkeit zu behalten und diese bei anderen zu wecken.“ Nun, um die Wachsamkeit vor dem Scheitern, um eine alters- und geschlechtsunabhängige Anziehung sowie die unaufhörliche Suche nach dem eigenen Sein wird es sich unter anderem bei seinem nächsten Projekt mit JUST handeln: Er hat sich erwartungsgemäß für kein geringeres Stück als Goethes „Faust I“ entschieden, das er diesmal nicht nur in gewohnt anspruchsvoller Weise auf die Bühne bringen, sondern auch als Vorlage für einen sehr persönlichen, dokumentierend-reflektierenden Film über den Jugendclub während und jenseits der Arbeit verwenden möchte. – Und Fitim? Er übernimmt die Rolle des Mephisto und freut sich auf seine nächste Herausforderung: „Die Figur bestmöglich zu spielen, um meinen Eltern etwas zurückgeben zu können.“ ...Zu sehen in der kommenden Spielzeit am Theater im PalaisIldiko Bognar www.kulturprozess.com Nathan der Weise von G.E.Lessing Die Inszenierung rückt vor allem die Sprache in den Vordergrund und sorgt für klare Strukturen des Textes. Die Darsteller nehmen das leicht verwirrende und thematisch ernste Stück mit viel Humor und Ironie und überzeugen mit ihrem Spiel. Alles in allem ist ein Theaterabend entstanden, dessen seriöses Thema die Schauspieler des Jugendclubs "JUST" locker und mitreißend gestalten. Martin Lühr Romeo und Julia von William Shakespeare ........doch dann macht einen der Abend staunen, auf eine berührende und fantastische und neue Weise. Martin Lühr Die Juden und die Jüdin von Toledo / Lessing-Grillparzer Die knapp 60 minütige Aufführung überzeugte vor allem durch die Spiellust der jungen Darsteller und die Vermischung der beiden Stücke und einigen Zwischentexten. Tiziana Ratcheva Woyzeck - Georg Büchner Dieser Woyzeck bebt vor Zorn! Jonas Demuth verblüfft mit seinem unverstellten Zugang zur Titelfigur. Neues Deutschland Reaktionen beim Klubszene - Festival der Berliner Jugendtheater im Theater Strahl im Juni 2009. Der Jugendclub "JUST" vom Theater im Palais zeigte Ausschnitte aus dem Nathan und dem Kafka - Projekt "Der Roman bin ich, meine Geschichten bin ich": Der Monolog "Ein Bericht für eine Akademie" war toll - sehr beeindruckend - großartig gespielt - die Schakale waren toll - sehr überzeugend und gut geschauspielert - alle Figuren waren beeindruckend textsicher und haben auf den Punkt genau gesprochen - Bravo! |
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Theaterpädagogik im Theater im Palais | ![]() |
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| Stefan Kleinert | E-Mail | Tel.: 01520 298 25 34 | |
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