DORIS MAY LESSING

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DORIS MAY LESSING: Die große alte Dame der Englischen Literatur  

11. September – 16 Uhr 

Gabriele Streichhahn und Nicole Haase lesen ausgewählte Texte. Prof. Dr. Stefan Welz vermittelt einen Einblick in das Leben und Werk der Autorin.

Als die englische Autorin Doris Lessing (*1919) mit 87 Jahren den Literaturnobelpreis zugesprochen bekam, konnte sie den fragwürdigen Ruhm beanspruchen, die bisher älteste Kandidatin zu sein, der diese höchste literarische Ehrung angetragen wurde. Dabei waren sich ihre Leser und die Literaturkritik ausnahmsweise einmal einig darin, dass sie diesen Preis schon sehr viel eher verdient hätte. Dafür sprachen die Jahrzehnte ihrer außergewöhnlichen Schriftstellerkarriere. 1919 in Persien, dem heutigen Iran, als Kind britischer Eltern geboren und in der ehemaligen afrikanischen Kolonie Rhodesien aufgewachsen, schreibt sich Lessings Biographie von der Spätphase des Britischen Empire über die Jahre des Ost-West-Konflikts bis in die globalisierte Gegenwart fort: Kommunistische Sympathisantin, Mystikerin, Feministin, Science-Fiction-Autorin. Doch die Grande Dame der englischen Literatur entging mit Weisheit und Alterswitz Pauschalisierungen jeglicher Art. Wer weiß, was aus ihr noch geworden wäre, wenn sie ihrem ersten Ehemann, dem deutschen Kommunisten Gottfried Lessing, seinerzeit nach (Ost)Berlin gefolgt wäre. Doch so blieb sie – unter anderem – die entfernte „Tante Doris“ des späteren Politstars Gregor Gysi.

MARK TWAIN

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MARK TWAIN: Journalist und Humorist – liebenswert bissig

24. April – 16 Uhr

Jens-Uwe Bogadtke und Nicole Haase lesen ausgewählte Texte.
Prof. Dr. Stefan Welz gibt einen Überblick zum Schaffen des Autors.

Humor und Satire haben immer Konjunktur, weshalb sich der amerikanische Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens (1835-1910) – bekannt unter dem Pseudonym Mark Twain – bis heute ungebrochener Popularität erfreut. Als Chronist des amerikanischen Westens verbindet Twain kenntnisreich Lokalkolorit mit bissiger Gesellschaftssatire.
Sein bewegter Lebenslauf ist typisch amerikanisch: Er führte ein unstetes Leben und war sogar Steuermann auf einem Mississippi-Dampfer; er arbeitete als Goldgräber, Schriftsetzer, Journalist und Kleinunternehmer, bevor aus ihm ein gefeierter Autor wurde. Seine Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn machten ihn weltbekannt.
Ernest Hemingway galt letzteres Buch sogar als Geburtsurkunde der amerikanischen Literatur. Ausgedehnte Reisen führten Twain durch die USA und zahlreiche Länder Europas. In Deutschland war er besonders von Berlin angetan.
In dieser für ihn „wundervollen Stadt“ verbrachte er den Winter 1891/92. Seine Erfahrungen und Beobachtungen schlugen sich in scharfsinnigen Essays, Geschichten und Reiseerzählungen
nieder.

NIKOS KAZANTZAKIS

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NIKOS KAZANTZAKIS: Der Vater des Alexis Sorbas  

20. November 2016 

Carl Martin Spengler und Nicole Haase lesen ausgewählte Texte. Prof. Dr. Stefan Welz verschafft einen Überblick zu Leben und Werk des Autors.

Der Roman Alexis Sorbas (1946) hat den griechischen Autor und Philosophen unsterblich gemacht und erlaubte ihm ein Leben als Schriftsteller und Übersetzer. Nikos Kazantzakis (1883-1957) wurde auf Kreta geboren, studierte Rechtswissenschaft und promovierte über Nietzsche in Paris. Einen Großteil seines Lebens verbrachte er als unsteter Wanderer auf Reisen, die ihn durch Europa, den vorderen Orient und Asien führten. Von 1920 bis 1923 war eine Pension in Berlin-Lichterfelde sein Zuhause. Während des mehrjährigen Aufenthalts in Berlin wurde er nicht nur mit der deutschen Philosophie vertraut, sondern auch mit den Widrigkeiten der Nachkriegszeit in der deutschen Metropole. Der biographischen Rastlosigkeit entspricht eine geistige. In seinen Büchern spürt er immer wieder dem Sinn des Lebens nach. Die Person des Vaters wird ihm zum Bezugspunkt der Selbstfindung. Er ringt um Ideale, um sie wieder zu verwerfen; er misst sich geistig an den großen Fragen des Glaubens und der Religion. Dem Suchen und Zweifeln steht eine unbändige mediterrane Lebensfreude zur Seite. Der Grieche hat nie die Verbindung von Geist und Leben gescheut, was ihn zu einem der großen Autoren des 20. Jahrhunderts macht.