George Eliot – Ein kalter Winter in Berlin

George Eliot -
Ein kalter Winter in Berlin

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berliner Lesezeichen 09

George Eliot
Hinter dem Namen wäre ein Mann zu vermuten. Es ist jedoch das Pseudonym der englischen Autorin Mary Ann Evans – eine der gebildetsten und intelligentesten Frauen des 19. Jahrhunderts. Sie gehörte zu jenen Schriftstellerinnen, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts viel zu dem fruchtbaren deutsch-englischen Kulturaustausch jener Zeit beigetragen haben. Ihr Interesse am deutschen Geistesleben brachte sie in jungen Jahren nach Berlin. Anregende Kontakte in den Salons der Bildungsbürger und eine rege Teilnahme am Musikleben der Stadt inspirierten sie und weckten die Schriftstellerin in ihr.
Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in Weimar traf die damalige Herausgeberin und Übersetzerin im November 1854 in Berlin ein, wo sie mit ihrem Reisegefährten George Henry Lewes vier frostkalte Wintermonate verbrachte. Brisant war, dass die beiden Reisenden in einer illegitimen Lebensgemeinschaft lebten, denn Lewes war nach viktorianischem Recht noch immer ein verheirateter Familienvater. Die von dem Paar besuchten Stationen in Deutschland spiegelten den Übergang von einer agrarisch geprägten Gesellschaft zu einer industriellen, den Eliot, pendelnd zwischen Nostalgie und Fortschrittsglauben, in ihren späteren Romanen thematisierte. Nach dem lieblichen Weimar erschien dem Paar Berlin als kalt, modern und hässlich mit einer allwaltenden Dominanz des Militärischen. Doch so ganz enttäuschend kann der Aufenthalt nicht gewesen sein, denn fünfzehn Jahre später kehrte die inzwischen erfolgreiche Romanschriftstellerin in die preußische Hauptstadt zurück.

Gabriele Streichhahn und Nicole Haase lesen ausgewählte Texte. Prof. Dr. Stefan Welz vermittelt einen Einblick in das Leben und Werk der Autorin.

Vorstellung

*27.01.2019, 16.00 Uhr

GEORGE ELIOT -
EIN KALTER WINTER IN BERLIN

mit Gabriele Streichhahn, Nicole Haase
und Prof. Dr. Stefan Welz

Permanent trendresistent

PERMANENT TRENDRESISTENT

»Eine Konfektionsgröße ist kein Lebensinhalt« – Anekdotisches von Franziska Troegner

Sie spielte mit "Brecht-Ikonen", mit Dieter Hallervorden, Diether Krebs und Johnny Depp - sie ist "Für's Schubfach zu dick" - wie ihre Autobiografie heißt.
In ihrem 2. Buch erzählt sie wieder mit Witz und Charme, ohne gekünsteltes Getue über Film und Theater, Erfahrungen in TV-Diät- und Fitnesssendungen, Erlebnisse mit Waschbecken und Doppelspülbecken und mit Michael, ihrem großen Helden vom Humannplatz.

Franziska Troegner wurde am 18. Juli 1954 in Berlin geboren. Ihr Vater war Kabarettist und Schauspieler, ihre Mutter Sängerin. Als Fünfjährige absolvierte sie ihren ersten Bühnenauftritt am Berliner Metropol-Theater, ab 1969 wirkte sie im Jugendstudio des Berliner Kabaretts Die Distel mit. Nach dem Abitur erhielt sie eine schauspielerische Ausbildung am Berliner Ensemble, dem sie von 1976 bis 1993 angehörte. Dort stand sie unter anderem als Stumme Kattrin in der »Mutter Courage«, als Polly Peachum in der »Dreigroschenoper« und als Grusche im »Kaukasischen Kreidekreis« auf der Bühne. Ab Mitte der siebziger Jahre übernahm sie Rollen in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen, so in der 4-teiligen Fernsehproduktion »Johann Sebastian Bach«, in den Filmen »Ein Engel im Taxi«, »Anna und das Familiengespenst«, »Die Gänse von Bützow« und als Minna von Barnhelm. Sie wirkte zudem in über 500 Hörspielproduktionen mit. Im Jahr 1981 verlieh ihr die Berliner Zeitung den Kritikerpreis, 1989 erhielt sie den Kunstpreis der DDR. Seit 1993 arbeitet sie freiberuflich vor allem in Fernsehproduktionen, war die langjährige Sketch-Partnerin von Diether Krebs und Dieter Hallervorden, wurde in der Rolle der Schwester Gertrud in der ZDF-Serie Der Landarzt einem breiten Publikum bekannt und brillierte als »Mama« in der MDR-Kinderserie »Mama ist unmöglich«. 2005 wirkte sie an der Seite von Johnny Depp im Hollywoodfilm »Charlie und die Schokoladenfabrik« mit. Seit 2000 hält sie einen jährlichen Chanson/ Interpretations-Workshop an der Hochschule für Musik und Theater Rostock ab. Sie tritt mit literarischen und kabarettistisch-musikalischen Soloprogrammen auf. Im August 2009 erschien ihre Autobiographie »Fürs Schubfach zu dick«.

 

* 14.11.2018, 19.30 Uhr

Permanent trendresistent
"Eine Konfektionsgröße ist kein Lebensinhalt" - Anekdotisches von Franziska Troegner

mit Franziska Troegner
und
Harry Ermer (Klavier)


 

 

Amüsante Geschichten rund ums älter werden

AMÜSANTE GESCHICHTEN RUND UMS ÄLTER WERDEN

Carmen-Maja und Jennipher Antoni

Ich höre es gern, wenn auch die Jugend plappert,
Das neue klingt, das alte klappert.
(Goethe)

Carmen-Maja und Jennipher Antoni lesen von Alten, die noch jung geblieben sind und von Jungen, die schon sehr alt aussehen. Lassen Sie sich überraschen mit liebenswerten, skurrilen Geschichten, Anekdoten und Gedichten. Sie alle preisen das Alter, die Jugend, die Weisheit und die Lebenskunst.

Carmen-Maja Antoni wurde nach dem Studium am Potsdamer Hans-Otto-Theater engagiert. Dort war sie 1964 mit 18 Jahren die jüngste „Grusche“ in Bertolt Brechts "Der kaukasische Kreidekreis". Helene Weigel und Paul Dessau lobten ihr Spiel. Später wechselte sie zur Volksbühne Berlin.
Seit 1976 ist sie Mitglied am Berliner Ensemble, zuletzt zu sehen u.a. als Hauptdarstellerin in Mutter Courage und ihre Kinder von Bert Brecht. Sie spielte und spielt mit ihrer charakteristischen Stimme zahlreiche Film, Fernseh- und Hörspielrollen und ist Dozentin an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg.

Jennipher Antoni wurde durch Frank Beyer für eine erste Filmarbeit entdeckt und bekam eine durchgehende Serienrolle bei der beliebten TV-Serie "Unser Lehrer Dr. Specht". Sie studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolff“ in Potsdam. Parallel arbeitete sie kontinuierlich für Film und Fernsehen u.a. mit Martin Benrath, Robert Atzorn, Thekla Carola Wied, Jenny Gröllmann und Jaecki Schwarz.
Bis 2008 stand sie als Ensemblemitglied des Hans Otto Theaters Potsdam unter der Intendanz Uwe Eric Laufenbergs u.a. mit Katharina Thalbach, Dieter Mann, Winfried Glatzeder, Angelica Domröse in Hauptrollen auf der Bühne.

 

Vorstellung

*Wir werden Sie rechtzeitig über neue Termine informieren.

"Amüsante Geschichten rund ums älter werden"

Es lesen Carmen-Maja und
Jennipher Antoni

Von großen Männern und großen Frauen. Und umgekehrt.

VON GROSSEN MÄNNERN UND VON GROSSEN FRAUEN. UND UMGEKEHRT.

Carmen-Maja und Jennipher Antoni

Carmen-Maja und Jennipher Antoni lesen amüsante, kuriose und freche Geschichten von illustren Großen.
"Am liebsten erinnern sich die Frauen an Männer, mit denen sie lachen konnten." (Mark Twain)

Carmen-Maja Antoni wurde nach dem Studium am Potsdamer Hans-Otto-Theater engagiert. Dort war sie 1964 mit 18 Jahren die jüngste „Grusche“ in Bertolt Brechts "Der kaukasische Kreidekreis". Helene Weigel und Paul Dessau lobten ihr Spiel. Später wechselte sie zur Volksbühne Berlin.
Seit 1976 ist sie Mitglied am Berliner Ensemble, zuletzt zu sehen u.a. als Hauptdarstellerin in Mutter Courage und ihre Kinder von Bert Brecht. Sie spielte und spielt mit ihrer charakteristischen Stimme zahlreiche Film, Fernseh- und Hörspielrollen und ist Dozentin an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg.

Jennipher Antoni wurde durch Frank Beyer für eine erste Filmarbeit entdeckt und bekam eine durchgehende Serienrolle bei der beliebten TV-Serie "Unser Lehrer Dr. Specht". Sie studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolff“ in Potsdam. Parallel arbeitete sie kontinuierlich für Film und Fernsehen u.a. mit Martin Benrath, Robert Atzorn, Thekla Carola Wied, Jenny Gröllmann und Jaecki Schwarz.
Bis 2008 stand sie als Ensemblemitglied des Hans Otto Theaters Potsdam unter der Intendanz Uwe Eric Laufenbergs u.a. mit Katharina Thalbach, Dieter Mann, Winfried Glatzeder, Angelica Domröse in Hauptrollen auf der Bühne.

 

Vorstellung

*09.06.2018, 19.30 Uhr

"Von großen Männern und großen Frauen. Und umgekehrt."

Es lesen Carmen-Maja und
Jennipher Antoni

Joseph Roth: Berlin auf Abruf

JOSEPH ROTH: Berlin auf Abruf

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berliner Lesezeichen 08

Das kurze, aber bewegte Leben des aus Galizien stammenden Journalisten und Schriftstellers Joseph Roth hat ihn zu Beginn der 1920er Jahre nach Berlin geführt. Wenige Autoren seiner Generation haben das pulsierende Großstadtleben jener Zeit so treffend und umfassend beschrieben wie er. Im Verlauf von fünf Jahren, die der scharf beobachtende Flaneur in der sich zur Weltstadt aufschwingenden Metropole verbrachte, verfasste er dutzende Artikel und Essays für Tageszeitungen und Zeitschriften. Zwischen Wien und Berlin pendelnd, lebte Roth zu jener Zeit mit seiner Frau Friederike in einer Wohnung in der Potsdamer Straße 75, der einzigen festen Adresse in seinem Leben, bevor er 1925 nach Paris übersiedelte. Sein Verständnis von Gerechtigkeit, das in jüdischen Moralvorstellungen wurzelt, und seine politischen Sympathien für den Sozialismus machten ihn zum Kritiker des überhitzten Treibens der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Literarischen Ruhm erlangte Roth durch die wiederholt aufgegriffene Thematik der untergegangenen k. und k. Monarchie. Marcel Reich-Ranicki hatte in ihm einen großen Stilisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gesehen und empfahl neben seinem wichtigsten Werk "Radetzkymarsch" auch den Roman "Hiob" und die Erzählungen zur Lektüre. Andere Kritiker hatten ihre Not mit einer Einordnung von Roths umfangreichen Schreiben und spachen dem Autor einen bleibenden Einfluss auf die deutschsprachige Literatur ab. Die Beliebtheit und Lebendigkeit dieses Werks sollte sie eines Besseren belehren.

Es lesen Nicole Haase und Carl Martin Spengler. Die Moderation und den Überblick zum Schaffen des Autors gibt Prof. Stefan Welz von der Universität Leipzig.

Vorstellung

*15.04.2018, 16.00 Uhr

JOSEPH ROTH:
Berlin auf Abruf

mit Nicole Haase, Carl Martin Spengler
und Prof. Dr. Stefan Welz

Margaret Atwood: Ikone der Kanadischen Literatur

MARGARET ATWOOD

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berliner Lesezeichen 07

IKONE DER KANADISCHEN LITERATUR

Als Margaret Atwood zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere in den 1970er Jahren die provokante Frage stellte: ,Was ist kanadische Literatur?' ahnte sie nicht, dass sie einmal selbst zur Ikone der noch jungen Kultur im hohen Norden Amerikas werden und weltweiten Ruhm erlangen würde. Auch in Deutschland werden die Short Stories und Romane der Kanadierin seit vielen Jahren gelesen. Sie ist insbesondere durch ihren anti-utopischen Roman Der Report der Magd bekannt geworden, den Volker Schlöndorff 1990 verfilmt hat. Das Manuskript hatte Margaret Atwood im Jahr 1984 während eines Berlin-Aufenthalts begonnen. Als Gast im Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes weilte sie für ein Jahr in der damals noch geteilten Stadt. Seit dieser Zeit fühlt sich die Autorin Deutschland verbunden und wurde auch hierzulande mit bedeutenden Preisen geehrt,  zuletzt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017. Damit wurde neben dem umfangreichen literarischen Oeuvre auch ihr Engagement zu Fragen des Umweltschutzes und der Frauenrechte gewürdigt. Ihre literarische Themenfülle reicht von nationalen und historischen Themen wie die kanadische Wildnis, der Überlebenskampf und die Siedlermentalität über feministische und ökologische Fragestellungen bis hin zu einem beständigen sozialen Engagement, das sich nicht zuletzt in ihren utopisch-phantastischen Texten niedergeschlagen hat. Neben all diesen Leistungen und Verdiensten ist Margaret Atrwood vor allem eine hervorragende Erzählerin und Dichterin, deren Werke geistigen Gewinn und literarisches Vergnügen bescheren.

Es lesen Gabriele Streichhahn und Nicole Haase. Die Moderation und den Überblick zum Schaffen der Autorin gibt Prof. Stefan Welz von der Universität Leipzig.

Vorstellung

*04.03.2018, 16.00 Uhr

MARGARET ATWOOD:
Ikone der Kanadischen Literatur

mit Gabriele Streichhahn, Nicole Haase 
und Prof. Dr. Stefan Welz

FRAUEN SIND EITEL. MÄNNER? NIE-!

FRAUEN SIND EITEL. MÄNNER? NIE-!

Die Schauspielerin und Sprecherin MARINA ERDMANN und der Musiker JÖRG MIEGEL präsentieren Hintergründiges & Humorvolles des großen Satirikers und Kabarettisten Kurt Tucholsky. 
Ob es nun um so lebenswichtige Fragen geht wie: 
Was tun Frauen bevor sie ausgehen? 
Wie krieg ich ne Million und ewige Lebensbuntheit? 
Was macht ein Chef aus erotischen Träumen? 
Wie lebe ich bequem von den reichen Leuten? 
Warum erhält „auf´s Töpfchen gehen“ die Freundschaft? 
Wie kann ein Ehepaar gemeinsam (!) einen Witz erzählen?

Dieses Kurt-Tucholsky-Programm geht all den Dingen auf den Grund, kredenzt Wortspiele und bietet auf humorvolle Weise spannende und kuriose Tipps. Versprochen!
Musikalisch flankiert durch Musik aus der Entstehungszeit der Texte. Nicht nur Klassiker wie Kurt Weil und Friedrich Hollaender werden per Saxophon und Bassklarinette zu genießen sein, sondern auch Schmonzetten und Schlager, die sich augenzwinkernd an die Texte schmiegen. Kleine ironische Ausflüge ganz im Sinne des Autor´s.

Marina Erdmann studierte erfolgreich an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Stationen ihrer Bühnenlaufbahn waren bislang unter anderem das Staatstheater Cottbus, das Theater Magdeburg und die Bühnen der Stadt Gera sowie verschiedene Theater in Berlin, darunter das Berliner Ensemble, das Schlosspark Theater, das Theater 89, das Deutsche Theater, das Kriminal Theater und Die Stachelschweine. Erdmann arbeitet auch gelegentlich vor der Kamera, spielte hier in mehreren Folgen der Krimireihe Polizeiruf 110 die Ehefrau des ermittelnden Oberleutnant Grawe, dargestellt von Andreas Schmidt-Schaller, Für alle Fälle Steffanie, Der Landarzt… 2012 gründete Erdmann theater text & ton, ein Projekt, mit dem sie eigene Produktionen gestaltet, zum Beispiel literarische Programme mit Texten von Kurt Tucholsky oder als Katharina von Bora, der Ehefrau Martin Luthers. Des Weiteren ist sie als Schauspieldozentin tätig und lehrte an der Theaterakademie Sachsen, der Berliner Universität der Künste, der Filmuniversität Babelsberg und der Etage.

homepage: http://marina-erdmann.de

 

Jörg Miegel Die Musik wird gespielt von dem Saxophonisten Jörg Miegel. Der waschechte Berliner ist immer wieder in den Berliner Jazz Clubs zu hören, spielte lange Zeit im Wintergarten-Variete und im Palazzo. Er war u.a. Gastsolist am Altsaxophon des "Capitol Dance Orchestra" in dem Brecht/Weil Programm der Pina Bausch Company, spielte im Paul Brody Oktett und war mit Linie 1 des Grips Theaters, an dem er heute noch spielt, auf Indien Tournee. Aktuell spielt er u.a. im "Anatolian Jazz Orchestra" und in der Band des Pianisten Alexander Wienand. Eigene Projekte sind das revueartige "Berlin jatzzt - Jazz in und aus Berlin 1945 bis 1970" ( www.berlin-jatzzt.de ), die Band "Feinkost Miegel" mit Eigenkompositionen und immer wieder themenbezogene Konzerte wie "Jazz Meets Film" oder "The Jazz Messengers - Eine Homage an das Blue note Label".

Vorstellung

*05.01.2019, 19.30 Uhr

"FRAUEN SIND EITEL. MÄNNER? NIE-!"

mit Marina Erdmann und Jörg Miegel

BERLIN STORIES

BERLIN STORIES:
Christopher Isherwood und W. H. Auden

berliner lesezeichen nr. 6

berliner Lesezeichen 06

Berlin Stories: Christopher Isherwood und W. H. Auden

Auf die düsteren Jahre des ersten Weltkriegs folgten schon bald die "Goldenen Zwanziger". In jener Zeit, die in der englischsprachigen Welt als "Roaring Twenties" bekannt ist, bahnte sich eine Modernisierungswelle ihren Weg und veränderte in den großen Metropolen den Lebensstil der Menschen. Eines der Zentren dieses rasanten Wandels war Berlin, die Stadt, die aufgrund ihrer Umbrüche und Widersprüche, ihres Lebenshungers und ihrer Vergnügungssucht das Interesse von Bohemiens und Intellektuellen aus aller Welt auf sich zog. Zwei davon, die sich am Ende der 1920er Jahre in längeren Aufenthalten der Faszination Berlins hingaben, waren der englische Dichter W. H. Auden und sein Landsmann und Freund, der Schriftsteller Christopher Isherwood. Beiden gemein war ihre Herkunft aus bürgerlich-konservativen Verhältnissen, die sie als beengend empfanden und gegen die sie mit ihrer Literatur und ihrer Lebensweise aufbegehrten. Berlin wurde für sie persönlich und künstlerisch zum Ort der Freiheit und Inspiration, bis die Stadt ihre Vielfalt und Vitalität unter dem Druck der Diktatur verlor. Die von Isherwood und Auden niedergeschriebenen Erfahrungen ihrer Berlin-Jahre bieten eine besondere Perspektive auf einen kurzen, aber überaus ereignisreichen Abschnitt deutscher Zeit- und Kulturgeschichte.

Nicole Haase liest ausgewählte Texte und Gedichte,
begleitet von Ute Falkenau am Klavier.
Prof. Dr. Stefan Welz (Leipzig) gibt Erläuterungen zu Leben und Werk.

Vorstellung

*05.011.2017, 16.00 Uhr

BERLIN STORIES:

Christopher Isherwood und W. H. Auden

Nicole Haase liest ausgewählte Texte und Gedichte,
begleitet von Ute Falkenau am Klavier.
Prof. Dr. Stefan Welz (Leipzig) gibt Erläuterungen zu Leben und Werk.

Ein Abend mit Krimibuchautorin Patricia Holland Moritz

Ein Abend mit Krimibuchautorin Patricia Holland Moritz

Porträt Patricia Holland Moritz

Patricia Holland Moritz

stellt ihre beiden Bücher der Krimiserie um die Ermittlerin Rebekka Schomberg - "Die Einsamkeit des Chamäleons" und "Kältetod" - vor, verrät, woran sie gerade arbeitet und erzählt, wie sie für ihre Krimis recherchiert.

"Kältetod- Rebekka Schombergs zweiter Fall"

Rebekka Schombergs guter Freund Freddy verschwindet spurlos. Während die Suche nach ihm auf Hochtouren läuft, wird der Kulturstaatssekretär Berlins erhängt aufgefunden - mit der Droge Crystal Meth im Blut. Bei der Durchsuchung des Hauses stößt Mark Tschirner, Ermittler bei der Berliner Kripo und Rebekkas Geliebter, auf einen Chat des Opfers mit einem jungen Mann. Der Nickname dieses Mannes »Gayromeo« weist auf einen homosexuellen Drogenkontakt hin und dieser sieht dem verschwundenen Freddy verblüffend ähnlich. 

Patricia Holland Moritz wurde in Karl-Marx-Stadt – dem heutigen Chemnitz – geboren.
Sie arbeitete in Leipzig als Buchhändlerin, verließ dann die DDR und heuerte in Paris als Speditionskauffrau an. Sie studierte später in Berlin Nordamerikanistik und wurde Bookerin für verschiedene Bands, bis sie schließlich in einem großen Verlagshaus landete, in dem sie das Buchgeschäft von der Pike auf erlernte.
Ihre Schreibwelt ist vielseitig: Sie bloggt den „Spirit of Kasimir“ und schreibt Artikel zum aktuellem politischen Geschehen, unter anderem für die Zeitschrift „Abwärts“ und die „Literabiles“- Anthologien des Freien Deutschen Autorenverbands Bayern, FDA.
Für ihren Frankreichroman »Zweisiedler« 2006 erhielt sie das Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Sie ist außerdem Co-Autorin der Autobiografie des Leipziger Pfarrers Christian Führer »Und wir sind dabei gewesen – Die Revolution, die aus der Kirche kam« (Ullstein 2011) sowie der von Frank Schäfer „Ich bin nicht auf der Welt, um glücklich zu sein“ (Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf Berlin, ET: Frühjahr 2018).
Mit Kurzkrimis ist die Autorin in bisher sechs Anthologien des Leipziger Verlags „edition krimi“ vertreten (u.a. in „Giftmorde“, „Sachsenmorde“, „Auf heiligem Boden“, „Weihnachtsmorde“).
Auf ihren zahllosen Veranstaltungen las sie bereits mit renommierten Autoren wie Håkan Nesser, Arne Dahl und Ulrich Wickert.
2014 startete sie die Berliner Krimiserie um die Ermittlerin Rebekka Schomberg mit „Die Einsamkeit des Chamäleons“, worauf. »Kältetod« folgte. Dieser Krimi aus dem Crystal Meth-Milieu Berlins wurde vom Tip zur „ausgefallensten Mordmethode“ gekürt (2015).
Seit 2016 arbeitet die Autorin an zwei Kriminalromanen parallel, von denen sich einer mit der Arbeit und den wahren Fällen des weltweit ersten „Profilers“ befasst, der in den 60er Jahren an der Berliner Charité forschte.
Patricia Holland Moritz ist Mitglied in den AutorInnenvereinigungen Syndikat, Mörderische Schwestern Berlin e.V. und 42er Autoren e.V.
Mehr über die Autorin auf ihrer Website: www.patriciahollandmoritz.com.
Eine Übersicht über ihre Veröffentlichungen zeigt ihre Autorenseite auf Amazon.


Vorstellung

z.Z. keine Termine geplant

Ein Abend mit Krimibuchautorin
Patricia Holland Moritz

Special Guest: der Musiker JONNY GÖTZE

 

EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE

EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE

EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE | Franz Kafka

Der Menschenaffe Rotpeter berichtet vor einem akademischen Publikum von seiner Vermenschlichung.
An sein äffisches Vorleben kann er sich kaum noch erinnern. Sein neues Leben beginnt nach der Gefangennahme in Afrika während der Schiffsüberfahrt nach Europa. Auf dem Schiff wird er in einen zu engen Käfig gepfercht und dient als Objekt geschmackloser und derber Späße.
Die gedemütigte Kreatur versucht, das Beste aus der misslichen Lage zu machen. Die Freiheit ist nicht wieder zu erlangen, so sucht er nach einem Ausweg, der ihn überleben lässt: Der Affe imitiert die menschliche Natur bis er schließlich – in einen Herrenanzug gewandet – Zeugnis ablegt von seinem Werdegang.

Die Geschichte ist eine Parabel auf die soziale Enge menschlicher Gesellschaft, den starken Wunsch nach Anerkennung und auf die Macht der Ausgrenzung. Hier werden Grundfragen aufgeworfen wie die Wahrung von Identität und das Scheitern der Integration durch Anpassung – das Jahrhunderte alte Dilemma.

In Vorbereitung auf das Stück war ich oft im Berliner Zoo. Dort habe ich verschiedene Menschenaffen studiert. Im Stück ist es ja der Affe, der den Menschen beobachtet und zu kopieren versucht, ich musste nun umgekehrt den Affen beobachten. Doch wenn ich in die Augen eines Tieres schaute, fragte ich mich oft: Wer beobachtet hier eigentlich wen?   |Guido Schmitt|

Man wird konfrontiert „mit der Ausweglosigkeit seiner Situation. Dass er als ehemals „freier Affe“ nun gegen seine Affennatur kämpfen muss, um den Menschen ähnlich zu werden, ohne jemals ein vollwertiges Mitglied der sozialen Gruppe werden zu können, in die er sich begeben hat. Freiheit, Gefangenschaft, Flucht, Ausweg, Anerkennung, Ausgrenzung – das sind die Stichworte, mit denen das Stück arbeitet.  |Auszug aus einer Kritik|

Guido Schmitt, Schauspieler

Schauspielausbildung in Berlin – seit 1988 Engagements an verschiedenen Theatern in Berlin – Düsseldorf – Stendal – Heidelberg – Hamburg – Tournee-Theater im deutschsprachigen europäischen Raum – Sparten übergreifende Engagements in Schauspiel und Musical – Filmschauspiel seit 1987 bei ARD-ZDF-RTL-SAT 1-KINO

Vorstellung

*Zur Zeit keine Termine verfügbar

"EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE" von Franz Kafka
Solotheaterstück

Affe | Guido Schmitt

Regie | Hansdieter Heiter
Kostüme und Bühne | Gabi Klinke
Maske | Hasso von Hugo, Franzi Franz