DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN

PREMIERE anlässlich der JÜDISCHEN KULTURTAGE BERLIN
DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN

Geistreich und lebendig springt der Dichter Heinrich Heine auf seiner Reise durch Zeit und Raum ins kalte Wasser deutscher Geschichte, legt sich mit einem rotbärtigen Kaiser an, gruselt sich im Kölner Dom, heult mit den Wölfen im Teutoburger Wald... "Ich bin ein deutscher Dichter/ bekannt im ganzen Land/ Nennt man die besten Namen/ so wird auch der meine genannt" weiß der Sohn jüdischer Eltern, den zunächst Druckverbote, später preußische Haftbefehle ins Exil nach Frankreich treiben. Hier herrscht die Freiheit der Gedanken, doch Heine vermisst die Heimat und schreibt seinem Publikum in Deutschland ein sehnsuchtsvoll-satirisches Nationalepos, das sich gewaschen hat und hochamüsante 2132 Verse zählt. Auf neue, unbekannte Weise behandelt er die deutsche Sprache, empfindsam, unbequem und voller erfrischendem Humor. Staunend steht man noch heute vor diesem Werk und seiner Aktualität, wenn Heine seine Vision von einem Europa entwirft, das Nationalismus, Überheblichkeit und Untertanengeist überwunden hat. Der Schauspieler Georg Stephan, beraten von PD Dr. Dirk Koppelberg (Freie Universität Berlin) und Regisseurin Barbara Abend (THEATER IM PALAIS), tritt den Beweis an, dass dieses Werk ein Text für unsere Zeit ist, ein Text, der zu neuem Leben erweckt werden kann und muss.

Eine Veranstaltung der 31. Jüdischen Kulturtage Berlin

Vorstellung

* 15.11.2018, 19.30 Uhr | AUSVERKAUFT

*06.01.2019, 11.00 Uhr
*17.01.2019, 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung der 31. Jüdischen Kulturtage Berlin
DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN

Idee und Produktion:  Georg Stephan
Wissenschaftliche Beratung: PD Dr. Dirk Koppelberg
Beratung in Inszenierungsfragen: Barbara Abend

Präsentiert von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Mit GEORG STEPHAN

Gefördert durch die  Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Heinrich von Kleist. MICHAEL KOHLHAAS

Heinrich von Kleist.  MICHAEL KOHLHAAS
von Mathias Mertens

Ich mag in einem Land, in welchem man mich, in meinen Rechten, nicht schützen will, nicht bleiben. Wer wollte diesem Satz widersprechen? Kohlhaas sagt ihn, nachdem er seinen Rechtsstreit schon Monate vergeblich geführt hat. Jetzt gibt er alles auf, was sein bisheriges Leben ausmachte, und greift zur Selbstjustiz. Mit einem Haufen Knechte zieht er durch die Lande und verbreitet Feuer und Schrecken ... und sucht doch eigentlich nur Frieden und Gerechtigkeit!

Kohlhase, oh ja, es hat ihn wirklich gegeben. Kohlhasenbrück, ein Flecken neben einer kleinen Brücke erinnert an ihn. Sie verbindet heute den Südwesten Berlins mit Steinstücken und Babelsberg. Jene Figur regte Heinrich von Kleist zu seiner berühmtesten Novelle an. Durch ihn wurde Michael Kohlhaas zum Sinnbild eines Menschen, der um sein Recht kämpft. Der erfolgreiche Geschäftsmann und treusorgende Familienvater wandelt sich zum entsetzlichsten Mann seiner Zeit, weil er Vetternwirtschaft und Korruption nicht ertragen kann und will. Sein Gerechtigkeitssinn war wie eine Goldwaage ... deren Zeiger dann ungeahnt ausschlug!

Mathias Mertens:

LIEBE UND KRIEG
Das Theater im Palais kenne ich von Anfang an. Lange Zeit als zuschauender Kollege im Publikum; später, für wenige Male, als gastierender Kollege auf der Bühne.
Schon immer hat sich das Theater im Palais der klassischen Literatur verbunden gezeigt. Viele künstlerische Handschriften haben an diesem beeindruckenden Katalog mitgeschrieben. Als das Theater im Palais mich fragte, ob ich Kleists "Kohlhaas" bei ihnen auf die Bühne bringen würde, habe ich nicht gezögert. Kleist, Lenz, Büchner: die Outlaws der deutschen Philologie.
Kleist schreibt über Liebe und Gewalt, Küsse und Krieg. Aus diesen Ecken blickt er auf die Welt in einer Diktion, die man bezwingen muss wie ein Gebirge - barfuß.
Das Theater im Palais bietet den Pfad, auf dem man sich den klassischen Stoffen und ihrem Spannungsfeld von Historizität und Aktualität nähern kann - der Autor selbst bleibt das Abenteuer.

Vorstellungen

02.11.2018, 19.30 Uhr
03.11.2018, 19.30 Uhr

25.01.2019, 19.30 Uhr
26.01.2019, 19.30 Uhr

 

Uraufführung
Heinrich von Kleist. MICHAEL KOHLHAAS

von Mathias Mertens für das THEATER IM PALAIS

Inszenierung: Mathias Mertens
Dramaturgie: Ilse Nickel
Mitarbeit Kostüm: Laura Burkhardt
Maske: Claudia Rönsch
Regieassistenz: Jasmine Eggert
Choreografie: Annett Scholwin
Souffleuse: Jana Schmidt

Technische Leitung: Frank Bihra
Technische Assistenz: Marcel Schadock

Es spielen:
Gundula Köster
Jens-Uwe Bogadtke
Carl Martin Spengler

Vorstellungsdauer: ca. 2,5 Stunden | Pause nach 25 Min.

Meine gottverlassene Aufdringlichkeit

MEINE GOTTVERLASSENE AUFDRINGLICHKEIT

MONOLOG EINER FRAU
von Christoph Nußbaumeder

Eine junge Frau nachts allein an ihrem Computer. Sie soll Werbetexte für den Katalog eines Kunstauktionshauses verfassen. Doch die Bilder, Gemälde von Jules Breton, provozieren in ihr eher die Lust, sich mit ihrem eigenen Leben auseinanderzusetzen. Dies geschieht überraschend humorvoll, obwohl doch scheinbar alles schiefgelaufen ist: Trotz Studium keine Festanstellung und wenig Einkommen, trotz Attraktivität kein Lebenspartner. Doch was sind tatsächliche Werte in einer schnellebigen, auf wachsenden Wohlstand, technologischen Fortschritt und globaldigitale Kommunikation ausgerichteten Welt?  Welche Lebensentscheidungen sind richtig oder falsch, wenn man  sich mit veralteten Moralvorstellungen auseinandersetzen muss? Was kosten Freiheit und Selbstbestimmung heute wirklich?

 

 

Vorstellung

* 18.01.2019, 19.30 Uhr

MEINE GOTTVERLASSENE AUFDRINGLICHKEIT
Monolog einer Frau
von Christoph Nußbaumeder

Spiel: MARIE-LUISE ARRIENS
Regie: MATTHIAS HÖRNKE
Ausstattung: ARRIENS | HÖRNKE

Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag

ES WAR DIE NACHTIGALL

ES WAR DIE NACHTIGALL

von Ephraim Kishon

Ein Musical für Schauspieler

Romeo und Julia. Das berühmteste Liebespaar der Literaturgeschichte lebt weiter. Nein, nicht als Denkmal! Der Dolch konnte sie nicht verletzen und das Gift ihnen nichts anhaben. Aus Liebesschwüren ist Ehealltag geworden, den die pubertäre Tochter munter aufmischt. Pater Lorenzo schaut gelegentlich vorbei, auch die alte Amme lässt sich blicken. Und Shakespeare höchstpersönlich wundert sich, was aus seinen Geschöpfen geworden ist.

Dem für seinen Humor bekannten Autor Epharim Kishon saß der Schalk tüchtig im Nacken, als er aus den Literaturpromis die Familie von nebenan machte. Nur drei Schauspieler schlüpfen in alle Rollen. Der Spaß wird von Musik begleitet und mit schmissigen Liedern gewürzt ... was könnte da noch zu einem amüsanten Theaterabend fehlen!

Nach dem großen Erfolg von Affäre Spittelmarkt und Das Pflichtmandat ist Es war die Nachtigall
die dritte Regiearbeit von Philippe Besson am  THEATER IM PALAIS.

PRESSESTIMMEN

Romeo und Julia mit Hang zur Prolligkeit
Philippe Besson mit „Es war die Nachtigall“ im Theater am Palais

Höchstwahrscheinlich ist die Mega-Liebe zwischen Romeo und Julia maßlos überbewertet. Das Starpaar der Literaturgeschichte verbrachte von der ersten Begegnung über die Hochzeit bis zum finalen Doppelselbstmord nicht einmal eine ganze Woche miteinander. Kurzzeitliebe kann ja jeder.

Im Theater im Palais zeigt Regisseur Philippe Besson jetzt, wie das Glamourpärchen aus Verona heute lebte, wäre nicht der Tod dazwischengekommen. Und das sieht mehr nach maximal mittelmäßiger Durchschnittsehe aus als nach der ganz großen Erfüllung. Den Text hat der israelische Autor Ephraim Kishon geschrieben, er heißt "Es war die Nachtigall".

Das ist ein perfekter Stoff für das kleine Theater. Nur fünf mal sechs Meter misst hier die Spielfläche. Bühnenbildnerin Anja Furthmann hat ein angeschrammeltes Küchen-Schlaf-Wohnzimmer daraufgestellt, in dem es so eng ist, dass man gar nicht anders kann, als sich auf den Keks zu gehen. Das tun Romeo und Julia ziemlich ausgiebig und mit deutlichem Hang zur Prolligkeit: Aus dem stolzen Liebhaber von einst ist ein Ballettstunden gebender Trainingsjackenträger geworden mit Bauchansatz. Sie trägt Minirock mit Leopardendruck und hat in der Beziehung die Hosen an.

Viel ist von Glamour früherer Zeiten nicht mehr übrig

Ab und zu erinnert man sich noch an die vergangenen Zeiten, doch ihm ist seine kuschelige rosa Wärmflasche namens Lisa näher als die eigene resolute Gattin. Viel ist von dem Glamour früherer Zeiten nicht mehr übrig. Was besonders ihren Schöpfer, William Shakespeare, außerordentlich betrübt. So hatte er sich das nicht gedacht. Also entsteigt er seinem gerahmten Porträt, das an der Rückwand hängt, um persönlich nach dem Rechten zu schauen. Das macht die Lage allerdings nicht einfacher.

All das inszeniert Philippe mit großem Spaß am Detail und rasenden Kostümwechseln. Jens-Uwe Bogadtke spielt Romeo und Pater Lorenzo, Gabriele Streichhahn neben Julia auch Tochter Lucretia und die Amme. Nur Shakespeare bleibt Shakespeare. Bei Carl Martin Spengler ist er in Samtwams, Pluderhose und Spitzenkragen ein herrlich aus der Zeit gefallener Schönschreiber und -redner, der sich in seiner Gedankenwelt wohler fühlt als im echten Leben.

Angelegt ist der Abend als musikalisches Lustspiel, das mit allerlei Songs (begleitet von Ute Falkenau am Klavier) garniert ist. Stärker ist er aber in den Dialogen, bei denen die Darsteller die Pointen so treffsicher platzieren wie einst Amor seinen Pfeil.

Katrin Pauly, Berliner Morgenpost, 24.03.2018

Vorstellungen

16.11.2018, 19.30 Uhr | Dieser Termin entfällt.

12.01.2019, 19.30 Uhr
13.01.2019, 16.00 Uhr

ES WAR DIE NACHTIGALL
von Ephraim Kishon
Musik von Dov Seltzer | Musiktexte von Yvette Kolb
Ein Musical für Schauspieler

Regie: Philippe Besson
Bühnenbild: Anja Furthmann
Kostüme: Antje Sternberg
Dramaturgie: Ilse Nickel
Musikalische Leitung: Ute Falkenau
Choreografie: Klaus Kretzschmar-Schaaf
Maske: Claudia Rönsch
Regiemitarbeit: Marie Besson
Souffleuse: Jana Schmidt

Es spielen:
Gabriele Streichhahn
Jens-Uwe Bogadtke
Carl Martin Spengler
Ute Falkenau (p)

Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

GOTT IST ZU LANGSAM nach dem Roman von Walfriede Schmitt

GOTT IST ZU LANGSAM
nach dem Roman von Walfriede Schmitt

 

Eine Berliner Destille im heutigen Osten der schönen deutschen Hauptstadt.
Beim Gastwirt Werner, in seiner geliebten Kneipe, holen sich die Leute aus dem Kiez Rat, Zuspruch, Erleichterung und die nötige Bettschwere.
Ihre Schwierigkeiten mit sich selbst und den Zeichen der Zeit sind komisch und berührend und werden mit dem nötigen Ernst und voller Lachen erzählt.

Vorstellung

*05.05.2018, 19.30 Uhr

GASTSPIEL THEATER AM RAND

GOTT IST ZU LANGSAM
nach dem Roman von Walfriede Schmitt

Stückfassung und Regie: Nicole Haase

Es spielen
Walfriede Schmitt und
Jens-Uwe Bogadtke

ES WAR DIE NACHTIGALL

ES WAR DIE NACHTIGALL

von Ephraim Kishon

Ein Musical für Schauspieler

Romeo und Julia. Das berühmteste Liebespaar der Literaturgeschichte lebt weiter. Nein, nicht als Denkmal! Der Dolch konnte sie nicht verletzen und das Gift ihnen nichts anhaben. Aus Liebesschwüren ist Ehealltag geworden, den die pubertäre Tochter munter aufmischt. Pater Lorenzo schaut gelegentlich vorbei, auch die alte Amme lässt sich blicken. Und Shakespeare höchstpersönlich wundert sich, was aus seinen Geschöpfen geworden ist.

Dem für seinen Humor bekannten Autor Epharim Kishon saß der Schalk tüchtig im Nacken, als er aus den Literaturpromis die Familie von nebenan machte. Nur drei Schauspieler schlüpfen in alle Rollen. Der Spaß wird von Musik begleitet und mit schmissigen Liedern gewürzt ... was könnte da noch zu einem amüsanten Theaterabend fehlen!

Nach dem großen Erfolg von Affäre Spittelmarkt und Das Pflichtmandat ist Es war die Nachtigall
die dritte Regiearbeit von Philippe Besson am  THEATER IM PALAIS.

Vorstellungen

*13.05.2018, 18.00 Uhr
*14.05.2018, 19.30 Uhr
*16.05.2018, 19.30 Uhr

*07.06.2018, 19.30 Uhr
*08.06.2018, 19.30 Uhr

ES WAR DIE NACHTIGALL
von Ephraim Kishon
Musik von Dov Seltzer | Musiktexte von Yvette Kolb
Ein Musical für Schauspieler

Regie: Philippe Besson
Bühnenbild: Anja Furthmann
Kostüme: Antje Sternberg
Dramaturgie: Ilse Nickel
Musikalische Leitung: Ute Falkenau
Choreografie: Klaus Kretzschmar-Schaaf
Maske: Claudia Rönsch
Regiemitarbeit: Marie Besson
Souffleuse: Jana Schmidt

Es spielen:
Gabriele Streichhahn
Jens-Uwe Bogadtke
Carl Martin Spengler
Ute Falkenau (p)

Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Rätselhafte Variationen – Enigma

Rätselhafte Variationen - Enigma

Enigma kommt aus dem Griechischen und heißt Rätsel.
Rätselhaft ist das Treffen zweier Männer: Ein erfolgreicher Schriftsteller, Nobelpreisträger, lebt abgeschieden auf einer einsamen Nordseeinsel. Er verweigert sich dem Medienrummel. Alt, aber noch sehr kraftvoll, hat er gerade ein neues Werk veröffentlicht. Wieder ein Bestseller. Ein Briefroman, eine Sammlung von bezaubernden Liebesbriefen. Dazu gewährt er wider Erwarten einem Journalisten ein Interview. Der misanthropische Autor empfängt seinen Gast mit Arroganz. Erstaunlicherweise lässt sich der Besucher nicht einschüchtern. Je mehr die beiden Männer ins Gespräch kommen, desto mehr spürt man ihre Beunruhigung.
Enigma hieß die Maschine, mit der das deutsche Heer im 2. Weltkrieg seine Botschaften verschlüsselte. Hier geht es um eine Entschlüsselung, vorsichtig, überraschend, ungewöhnlich ... und sehr berührend.
Wie bei KLEINE EHEVERBRECHEN vom selben Autor irritiert die unerklärliche Spannung zwischen den beiden Menschen. Dort wie hier geraten Akteure wie Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle, ehe sich ihnen die ganze Tragweite der Begegnung öffnet.
 
 
PRESSESTIMMEN

Theater im Palais: Macho und Softie in krachender Redeschlacht – der großartige Autor Eric-Emmanuel Schmitt. Bitte mehr von ihm auf Berlins Bühnen!

Bevor noch ein Wort fällt krachen Schüsse durch den Raum. Der weltberühmte Großschriftsteller Abel Znorko (Nobelpreisträger) ballert nämlich gern ein bisschen durch die ansonsten menschenleere Gegend. Hierhin, ins idyllische Häuschen auf entlegenem Eiland im Meer, hat sich der bekennende Egozentriker zurückgezogen. Um von dort aus – als berühmt misanthropischer Einsamkeitsfanatiker ‑ seine literarischen Erfolgsprodukte in die begierig darauf wartende Welt zu werfen. Zuletzt war‘s der berückende Liebesbriefroman „Die uneingestandene Liebe“. Ein Ereignis, das den Journalisten Erik Larsen von der Lokalpostille auf dem Festland antrieb, den Autor aufzusuchen. Um zu ergründen, ob überhaupt und inwieweit persönliche Erlebnisse das ruhmreiche Werk beeinflusst haben. Wider Erwarten gewährt Znorko die Audienz; freilich nicht ohne ziemlich zynische Begrüßung, indem er dicht am Kopf vorbei hinterrücks auf Larsen schießt. „Gut getroffen oder schlecht?“, fragt der arrogante Egomane grinsend den entsetzten Besucher.

Damit ist klar: Das wird kein leichtes Interview. Der Knall ist vielmehr Startschuss für ein rhetorisches Duell. Auslöser ist Larsens Frage nach der Person, die hinter den Initialen „H.M.“ steckt, der Znorko sein neues Opus widmete. Etwa eine heimliche Angebetete? Der Autor behauptet, Liebe sei nichts für ihn – Sex so oft wie möglich, ja; Liebe niemals. Doch der Zeitungsmann lässt nicht locker. Es kommt zu großen Krächen, Larsen jedoch bohrt unermüdlich weiter. Bis es heraus ist: H.M. steht für Helene Metternach, für eine Beziehung Znorkos aus sehr früher Zeit mit anschließender Brieffreundschaft, die sich fortsetzt bis in die Gegenwart. Allmählich kommen immer neue, immer unglaublichere Fakten ans Licht. Tatsachen, die beide Männer betreffen, sie schwer belasten und schließlich den eitel hochmütigen Romancier aus dem verkrampften Gleichgewicht schleudern.

Was für ein Wortgefecht! Was für ein blitzgescheites, philosophisch grundiertes (die Kunst und die Wirklichkeit), psychologisch explosives, obendrein extrem verrätseltes Kammerspiel zwischen zwei völlig gegensätzlichen Naturen: Der eisig-genialische, Literat und großspurig welterfahrene Machtmensch, der Gefühle einzig im Literarischen zulässt, daneben der zartbesaitete, hingebungsvolle, zu praktischer Mitmenschlichkeit, ja zur Aufopferung bereite „kleine“ provinzielle Gazetten-Schreiberling.

Mir bleibt rätselhaft, warum der zu den erfolgreichsten französischen Dramatikern zählende Eric-Emmanuel Schmitt (57, u.a. „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“) hierzulande eher zaghaft gespielt wird. Immerhin gilt er der weltberühmten Jasmina Reza als gleichrangig; liefert wie Madame Jasmina grandiose Parade-Auftritte für Schauspieler.

Schmitt, studierter Pianist und Philosoph, verknüpft auf dem Parkett des Boulevardtheaters (bei uns ein Problem?) geradezu genialisch kriminalistische Spannungsbögen voller verwirrender Wendungen vornehmlich bezüglich der Frage, inwieweit unser Dasein vom Schicksal oder von unseren Entscheidungen bestimmt ist.

Auch dafür steht beispielhaft sein Bravourstück „Variations Énigmatiques“, 1996 in Paris uraufgeführt, in Deutschland erstmals ein Jahr später im Hamburger Thalia-Theater heraus gekommen. Jetzt hat es Herbert Olschok mit Axel Werner (Znorko) und Jens-Uwe Bogadke (Larsen) im exquisiten Theater im Palais unter dem Titel „Rätselhafte Variationen – Enigma“ (deutsch von Annette und Paul Bäcker) inszeniert.

„Enigma“ taufte die deutsche Wehrmacht ihre Verschlüsselungsmaschine zur geheimen Nachrichtenübermittlung über Funk im Zweiten Weltkrieg, die schließlich in Schwerstarbeit decodiert wurde von den Engländern; namentlich vom Mathematik-Genie Alan Turing mittels dem von ihm entwickelten Rechner, den er – Wortschöpfung! ‑ Computer nannte.

Die Musikstücke, die so genannten 14 „Enigma-Variationen“, komponierte der englische Komponist Edward Elgar anno 1898, Ein in g-moll anhebendes, melancholisch sanftes, himmlisch verträumtes Orchesterwerk; für Kenner von allerhöchstem Raffinessement. Das hatte der hochmusikalische Schmitt im Hinterkopf als besonderen Kontrast zu seinen „Rätselhaften Variationen“

Spitzt sich doch das Duell der beiden so extrem gegensätzlichen Herren mit ihren entsprechenden Lebensläufen in aufregenden Wechselbädern der Gefühle Szene für Szene höchst hart und höchst dramatisch zu in gespenstisch sich aufladender Atmosphäre auf der von Gewittern und Meereswellen umtosten Einsamkeitsinsel. Spannend bis zuletzt.

Reinhard Wengierek (Kulturvolk Blog Nr. 248)

 

Vorstellung

30.11.2018, 19.30 Uhr

 

Besetzung und Hinweise

Regie: Herbert Olschok
Ausstattung: Sabine Pommerening
Mit: Jens-Uwe Bogadtke und Axel Werner

Dauer der Vorstellung: ca. 2 Stunden (incl. 1 Pause)

Liberté mon amour

LIBERTÉ MON AMOUR

Liberté mon amour

Monologe am Strand von Nizza

Es ist ein gewöhnlicher Spätsommertag an einem Strand der Französischen Riviera. Bei 30 Grad Celsius sonnen sich Bewohner der Côte d’Azur und Touristen friedlich am hellen Steinstrand von Nizza. Eine Frau mit schwarzer Leggins, hellblauer Bluse und Kopftuch bekleidet, döst in der Sonne.
 
(Klick) Vier Polizisten betreten den Strand.
 
(Klick) Sie gehen auf die Frau zu. Sie richtet sich auf. Einer nimmt einen Schreibblock zur Hand.
 
(Klick) Die Frau streift sich ihre Bluse über den Kopf und reicht sie einem der Männer.
 
Drei Bilder vom Strand von Nizza gingen am 24. 08. 2016 um die Welt und lösten eine laute Debatte um das französische Burkini-Verbot aus. Ausgehend von diesen Fotos und Friedrich Schillers Monologen zur Freiheit wird gefragt, wie es heute um die Ideen der europäischen Aufklärung steht. Berit Carstens und die SpielerInnen Christina Rank und Fitim Qenaj entwickeln ein Sück, in dem sich zwei junge Menschen gegenüberstehen, die mehr verbindet als sie trennt, und die an ihren eigenen Idealen scheitern. 
Berit Carstens arbeitet bisher als Dramaturgin des Berliner Regieteams zweite reihe.  „Liberté mon amour “ wird ihr Regiedebüt sein.

Es spielen Christina Rank und Fitim Qenaj

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christina Rank über Fitim Qenaj: „Fitim spielt seit 10 Jahren im THEATER IM PALAIS und war in jeder Spielzeit bei mindestens zwei Stücken beteiligt. ‚Die Verwirrungen des Zöglings Töliß‘ war unser erstes gemeinsames Stück. In ‚Faust‘ haben wir Gott und Mephisto gespielt, zwei Rollen die in einem ständigen Machtkampf miteinander stehen. Jede Vorstellung war neu und spannend mit ihm, weil er auf der Bühne viel anbietet. Seitdem herrscht immer sehr großes Vertrauen zwischen uns. Das hat ihn zu einem meiner liebsten Spielpartner gemacht, weil man sich mit ihm immer wieder neu ausprobieren kann und weiß, der lässt einen nicht hängen in der Szene. Zeitweise hat Fitim drei bis vier Stücke parallel gespielt, neben Schule, Arbeit und später dann Uni. Bei Fitim merkt man immer, dass Theater nicht einfach nur ein Hobby nebenbei ist, sondern ihm wirklich was bedeutet. Ich freue mich wahnsinnig, jetzt noch mal mit ihm ein zwei-Mann/Frau-Stück zu spielen.“
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fitim Qenaj über Christina Rank: „Christina kam 2008 in unser Team. Von da an gab es kein Halten für sie. Große Rollen wie ‚Medea‘ von Euripides, Claudios Schwester, Isabella in Shakespeares ‚Maß für Maß‘, Lady Milford in Schillers ‚Kabale und Liebe‘ u.v.w. - Rollen, in denen sie zeigte, dass sie ein unglaubliches schauspielerisches Talent besitzt, Vorbild und Freundin ist. Auf der Bühne kann man sich immer auf sie verlassen. ich liebe die Spannung, die entsteht, wenn sie diese betritt. Auch hinter der Bühne bleibt immer Raum für Spaß: ob in Proben oder während der Vorstellung. So ist sie nicht nur ein wichtiges Mitglied für unser Ensemble geworden, sondern für mich persönlich die liebste Spielpartnerin. Umso mehr freue ich mich auf das Projekt mit ihr.“
 
Video von Ildiko Bognar auf youtube:

Vorstellung

"LIBERTÉ MON AMOUR"
Monologe am Strand von Nizza (UA)

Mit Texten von Friedrich Schiller und Jean de La Fontaine

Buch und Regie von Berit Carstens und Junges Ensemble
Es spielen Christina Rank und Fitim Qenaj

DAS PFLICHTMANDAT

DAS PFLICHTMANDAT

MORD AUS MANGEL AN HUMOR

Unfassbar! Der freundliche, sensible, stille Mr. Fowle wurde verhaftet. Er hat seine Frau umgebracht. Verzweiflungstat oder Verbrechen aus Leidenschaft? Im Gefängnis erwartet den geständigen Mörder die Todesstrafe, wenn nicht beim Prozess ein Wunder geschieht. Genau dieses Wunder verspricht der schon betagte Anwalt Wilfred Morgenhall. Jahr und Tag hofft er auf so einen Fall … nein, eigentlich auf überhaupt einen Fall. Er ist belesen, kennt alle einschlägigen Präzedenzfälle. Recht und Gesetz sind sein Lebensinhalt. Jetzt wurde er zum Pflichtverteidiger auserkoren. Endlich hat er die lang ersehnte Gelegenheit, seine Gelehrsamkeit anzuwenden. Endlich kann er mit seinem Scharfsinn, seiner Eloquenz brillieren. Die Chance seines Lebens!

Eine komische Tragödie? Oder eine tragische Komödie? Tatsächlich, beim Prozess ereignet sich das ersehnte Wunder …

Besson: "Für mich ist DAS PFLICHTMANDAT ein Stück mit feinem englischem Humor, das die tragikomischen Momente zweier voneinander abhängiger Menschen beleuchtet. Es zeigt mit komödiantischer Ernsthaftigkeit die Dehnbarkeit von Gesetz und Rechtsprechung. John Mortimer führt uns in seinem zutiefst humanistischen Stück die Abgründe zweier gescheiterter Existenzen vor Augen. Er lässt den Zuschauer schwanken zwischen Schuldzuweisung und Mitleid oder Ablehnung und Anteilnahme."

Nach dem großen Erfolg von Affäre Spittelmarkt beauftragt das THEATER IM PALAIS Philippe Besson mit einer neuen Inszenierung „Wir freuen uns sehr, dass wir Philippe Besson für eine neue Inszenierung gewinnen konnten und sich daraus hoffentlich Weiteres ergibt  – so Gabriele Streichhahn, Intendantin des THEATER IM PALAIS.

Komödie von John Mortimer / Deutsch von Maren Zindel

Regie: Philippe Besson

Es spielen Jens-Uwe Bogadtke/ Carl Martin Spengler

Bühne: Anja Furthmann
Kostüme: Antje Sternberg

Video  auf YouTube von Ildiko Bognar:

 

Vorstellungen

08.11.2018, 19.30 Uhr
10.11.2018, 19.30 Uhr | Theater am Rand, Zollbrücke

19.01.2019, 19.30 Uhr

"DAS PFLICHTMANDAT"

MORD AUS MANGEL AN HUMOR

Komödie von John Mortimer / Deutsch von Maren Zindel

Regie: Philippe Besson

mit Jens-Uwe Bogadtke/ Carl Martin Spengler

InterStella

InterStella

Mit Motiven von J. W. von Goethe

„Früher haben wir in den Himmel gesehen und uns gefragt, wo ist unser Platz zwischen den Sternen, heute sehen die Erdenbürger nach unten und sorgen sich um ihren Platz im Dreck. Es ist, als hätten sie vergessen, wer wir sind. Forscher, Pioniere, Liebende, nicht nur Verwalter.“    

„Ein Schauspiel für Liebende“ unterschreibt Goethe die erste Version von „Stella“, dessen Happy End in einer Dreierbeziehung mündet. Alle Menschen sind Liebende. So auch Stella, Cäcilie und Fernando. In einem Verwirrspiel zwischen junger und verflossener Liebe, ehelichen Treueschwüren und neuer Sinneslust rücken sie der Liebe auf den gesellschaftlichen Pelz. Während die Postmeisterin ein paar Lovesongs schmettert und Cäcilie den goldenen Zeiten auf der Erde nachtrauert, sucht Stella in der Liebe das letzte Puzzlestück einer universellen Zeit-Raum-Theorie. Die Ankunft des innerlich zerrissenen Raumfahrers Fernando stellt alle vor eine große Herausforderung.

Das Berliner Regieteam zweite reihe verlegt den Schauplatz der larmoyanten Tragikomödie auf einen erdähnlichen Zwergplaneten in eine ferne Galaxie. Im Weltraum begegnen sich die Liebenden als Pioniere einer zukünftigen Gesellschaftsform.   

Für das Junge Ensemble des THEATER IM PALAIS ist „InterStella“ nach „Final Countdown. Ein Fußballstück“ die zweite Zusammenarbeit mit dem Berliner Regieteam zweite reihe

Mit Anna-Maria Schreier, Christina Rank, Fitim Qenaj, Michael Handke und Theo Frielinghaus.