Heinrich von Kleist. Die Marquise von O…

Heinrich von Kleist
Die Marquise von O...

Die Marquise von O...
Kleists zu seiner Zeit skandalöses Prosawerk erschien 1810 in Berlin in seinen Erzählungen, gemeinsam mit Das Erdbeben in Chili und Michael Kohlhaas, zu dessen rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen man Julietta, die ehrbarste zugleich und verworfenste Frau, als weibliches Pendant ansehen kann. Sie ist, wie andere Frauengestalten Kleists auch, sein Traumbild eines tapferen und reinen Menschen zugleich, in einer Zeit andauernder Kriege, männlicher Helden- und Gewalttaten. Kleist schildert die wilden Wendungen ihres Schicksals äußerst dramatisch, ganz als der große Theaterschreiber, der er vor allem war…

 

Blanche Kommerell
wurde 1950 in Halle/Saale als Tochter der Schauspielerin Ruth Kommerell geboren. Als Theaterkind stand sie 5jährig zum ersten Mal auf der Bühne des Maxim-Gorki-Theaters Berlin, 11jährig spielte sie in der Inszenierung von Günter Weisenborns „Die Illegalen“ die Marie am Deutschen Theater, danach in der Uraufführung von Rainer Kerndls „Seine Kinder“ am Maxim-Gorki-Theater. 1962 spielte sie die Titelrolle in der DEFA-Märchenverfilmung „Rotkäppchen“ (Regie Götz Friedrich). 1968 bis 1971 studierte sie Germanistik und Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin; von 1972 bis 1974 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (jetzt Hochschule "Ernst Busch") und am Berliner Ensemble. Danach folgten verschiedene Engagements an Theatern in Potsdam, Leipzig, Magdeburg. München und Berlin. Daneben wirkte sie in DEFA- und DDR-Fernsehfilmen mit, u. a. in "Jakob der Lügner", "Bahnwärter Thiel" und "Die Schauspielerin". Am Deutschen Theater erarbeitete sie in dem 90er Jahren Matineen zu Marina Zwetajewa, Anna Achmatowa und Annette von Droste-Hülshoff mit Margit Bendokat. Zu diesen und anderen Dichtern entstanden ebenfalls Features für den Rundfunk. 1990 erhielt sie einen noch bestehenden Lehrauftrag für Sprache und Schauspiel an der Universität Witten-Herdecke; sie baute das dortige Studententheater auf und inszenierte seither jährlich, u.a. Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und "Hamlet", Goldonis "Viel Lärm in Chioggia", Goethes „Clavigo“, Büchners „Woyzeck“, Tschechows "Drei Schwestern", Millers "Hexenjagd", Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ und Goethes „Urfaust“. Vom Wintersemester 2005/06 an hatte sie mehrfach Lehraufträge für Sprecherziehung und Diktion am Institut für Deutsche Literatur der Humboldt-Universität Berlin. Sie erarbeitete mehrere Bühnenmonologe, darunter "Malina" nach Ingeborg Bachmann, "Kassandra" und „Medea“ nach Christa Wolf. In mehr als zwanzig Jahren entstanden zahlreiche literarische Porträts, die sie bis heute im Literaturhaus, der Mendelssohn-Remise und an anderen Orten in Berlin sowie bei Gastspielen in ganz Deutschland vorstellt. Mit dem Theater der Universität Witten/Herdecke erarbeitete sie zuletzt Inszenierungen von Dürrenmatts „Die Physiker“ (Nov. 2015), Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ (Herbst 2016) und das ANTIGONE Projekt, Premiere Mai 2017. Im November 2018 wird Gerhart Hauptmanns „Friedensfest“ Premiere haben. 

Blanche Kommerell erhielt 2008 den Deutschen Sprachpreis der Henning-Kaufmann-Stiftung. Im November 2017 wurde sie „als engagierte Verfechterin eines lebendigen Kulturlebens an der Universität“ und „ungemein erfahrene, temperamentvolle Theaterregisseurin über drei Jahrzehnte hinweg“ mit dem ESPRIX ENGAGÉ der Universität Witten/Herdecke ausgezeichnet.

 

Tilmann Dehnhard
studierte Querflöte an der UdK Berlin, Filmmusikkomposition an der HFF Babelsberg; internationale Konzert- und Unterrichtstätigkeit; CD-Produktionen und Konzerte mit Sam Rivers, Steve Lacey, Evan Parker, Alexander v. Schlippenbach, Till Brönner, Julia Hülsmann und anderen. Gastprofessur an der „Pontificia Universidad Javeriana“ Bogota, Kolumbien; Gastdozent des DAAD; Autor von "The New Flute", "Jazz Studies für Flöte", "FluteBeatboxing", Universal Edition; Lehrauftrag Jazzflöte am Jazz Institut Berlin (UdK), Dozent für Filmmusik an der HdPK Berlin.
www.dehnhard.com

 

 

Vorstellung

* 04.01.2019, 19.30 Uhr

Heinrich von Kleist
DIE MARQUISE VON O...

(Nach einer wahren Begebenheit, deren Schauplatz vom Norden nach dem Süden verlegt worden)

Gesprochen und gelesen von
BLANCHE KOMMERELL.
TILMANN DEHNHARD | Querflöte

Eifersucht nach Esther Vilar

EIFERSUCHT nach Esther Vilar

Szenische Lesung.
Ein kurzweiliger Abend mit drei großartigen Schauspielerinnen

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Dieses Bonmot Friedrich Schleiermachers ist das Motto dieser amüsant-rasanten Komödie voll Raffinesse, subtiler Bosheiten, treffsicherer Dialoge und pikanter Szenen mit drei Frauen, die in den gleichen Mann "verliebt" sind und ihre Probleme und Nickeligkeiten per E-Mail lösen möchten, Verwechslungen eingeschlossen.

 

Karin Düwel
Ihren Durchbruch hatte sie 1978 mit der Rolle der Sabine Wulff im gleichnamigen Drama. Karin Düwel war daraufhin in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. Ab 2007 stand sie auch als Lebenspartnerin des Hallenser Kommissars Schneider in der Polizeiruf 110-Reihe vor der Kamera.

Inés Burdow
ist Schauspielerin, Sprecherin und Autorin. Sie war u.a. am Berliner Ensemble engagiert, spielte Hauptrollen in der Oper, arbeitet für die Kulturradios der ARD-Anstalten und dreht fürs Fernsehen. Ihr Feature-Porträt "Die Unvollendete" über die Schriftstellerin Brigitte Reimann war 2013 für den Juliane Barthel-Medienpreis nominiert.
2015 bekam Inés Burdow den Kunstförderpreis des Landes Brandenburg.

Nicole Janze
ist Theaterschauspielerin, die sowohl an Stadttheatern (Volkstheater Wien, Theater der Stadt Heidelberg u.a.) als auch in der Freien Theaterszene Berlins (Orphtheater, HAU, Sophiensäle, bat, Theater unterm Dach) engagiert war und ist. Neben ihren Theaterengagements arbeitet sie als Sprecherin für den SWR.

 

Vorstellung

* keine neuen Termine verfügbar

EIFERSUCHT nach Esther Vilar
Szenische Lesung

mit
KARIN DÜWEL
INÉS BURDOW
NICOLE JANZE

Theodor Fontane: GRETE MINDE

Theodor Fontane
GRETE MINDE

Szenische Lesung mit Christian Klischat

GRETE MINDE
Novelle nach einer altmärkischen Chronik
 
Lichterloh brennt sie, die ehrenwerte Kaufmannsstadt, und nichts und niemand bleibt von der schrecklichen Verwüstung verschont. Entsetzt sucht man nach einem Schuldigen und findet ihn in der Unschuld. Mit falschem Zeugnis erhebt die märkische Elbestadt Anklage gegen Grete Minde und richtet sie als Brandtsifterin hin: so geschehen in Tangermünde zu Beginn des 17. Jahrhunderts!
 
Fast freihundert Jahre später gewinnen beide - Tat und Figur - Unsterblichkeit, als sich einer der großen deutschen Romanciers im 19. Jahrhundert des "brillanten Stoffes" annimmt. Theodor Fontanes "Grete" hat jedoch mit dem altmärkischen Vorbild nicht viel mehr als Ort, Zeit, Name und das apokalyptische Finale gemeinsam. Historische Genauigkeit ist es nicht, was die 1879 erschienene Novelle beherrscht. Ihr geht es vielmehr um "Charakter", um Menschenschilderung, um "ein Stück Wahrheit". Fontane schreibt von "Grete Minde, Patrizierkind, das durch Habsucht, Vorurteil und Unbeugsamkeit von Seiten ihrer Familie, mehr noch durch Trotz des eignen Herzens in einigermaßen großen Stil, sich und die halbe Stadt vernichtend, zugrunde geht." Auf zwei Jahre verdichtet er die Geschehnisse um sein höchst dramatisches Charakterbild und webt die Geschichte ein in ein kunstreiches Geflecht aus Sagen- und Märchenmotiven, Volksliedern und balladesken Tönen: eine berührende Reise in die schicksalhaften Verstrickungen einer jener plastischen Frauenfiguren, für die Fontanes Werk vor aller Welt ausgezeichnet ist.

Vorstellung

20.11.2018, 19.30 Uhr

GASTSPIEL

Theodor Fontane
GRETE MINDE   

Szenische Lesung

Regie und Einrichtung:
Götz Brandt (u.a. Redakteur, Drehbuchautor, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Mainz)

Spiel:
Christian Klischat

Spieldauer: 90 min. ohne Pause

DER GELDKOMPLEX von Franziska zu Reventlow

DER GELDKOMPLEX
von Franziska zu Reventlow

Ein kurzweiliger Theaterabend zum Thema Geld

Was tun, wenn die Kredite ausgereizt, die Wohnung gekündigt und die Einrichtung gepfändet ist? Wenn die Gönner einen im Stich lassen und man das herrliche Leben nicht mehr angemessen in Saus und Braus genießen kann? Was, wenn immer neue Leute auftauchen, die nur das Eine wollen: Geld, Geld und noch einmal Geld?
F. zieht sich in eine exklusive Nervenheilanstalt zurück, um hier in aller Ruhe ihr in Aussicht stehendes Erbe abzuwarten und neue Bekanntschaften zu schließen: ein manischer Investor und spleeniger Bankrotteur; ein versoffener russischer Fürst, eine exaltierte Witwe, ein atheistisches Pastorensöhnchen - und nicht zuletzt zwanzig seekranke Kühe. Zusammen schmiedet man verwegene Pläne, um endlich das ganz große Geld zu machen ...
 
Franziska zu Reventlow (1871-1918) litt zeit ihres Lebens an chronischem Geldmangel. Ironisch widmete sie ihren satirischen, mit biographischen Elementen gespickten Roman "Der Geldkomplex" ihren Gläubigern. Fanny Gräfin zu Reventlow, wie sie damals hieß, stammte ursprünglich aus einer norddeutschen, aristokratischen Familie. Schon früh wuchs ein großer Wunsch in ihr: Endlich von zu Hause weg und malen! Und die Kunst zum Beruf machen. Allein das galt in ihren Kreisen schon als anrüchig. Mitten in der piefigen Kaiserzeit begehrte die "Schwabinger Skandalgräfin" gegen jegliche Moralvorstellung auf und setzte ihre persönliche Freiheit und Eigenständigkeit an oberste Stelle. So war sie nicht nur eine geschiedene Frau mit einem unehelichen Kind, sondern schlug sich alleine in den verschiedensten Berufen durch: als Schriftstellerin, Übersetzerin, Lehrerin, Glasmalerin, Versicherungsvertreterin, Schauspielerin und wenn gar nichts mehr ging - sogar als Gelegenheitsprostituierte.
 
Gut hundert Jahre nach seiner Veröffentlichung liest sich "Der Geldkomplex" wie ein ironischer Kommentar zu der "wirtschaftlichen Krisis" von heute.
Charlotta Bjelfvenstam und Christian Kaiser haben den Roman für die Bühne bearbeitet und führen ihn als szenische Lesung mit rasanten Rollenwechseln auf.
 
Eintritt nur gegen Geld:
Neurastheniker und Depressive: 22,-
Verhaltensauffällige und Neurotiker: 24,-
Schizophrene: 2 x 10,-
Intelligenzgeminderte: 29,-
Scheinbar Gesunde: 22,-
ermäßigt Gefährdete: 10,-
SpätkommendeunddamitvomLebengestrafte NUR auf Anfrage und NUR nach Maßgabe vorhandener Plätze: 10,-
 
 

Vorstellung

*11.12.2018, 19.30 Uhr

DER GELDKOMPLEX
von Franziska zu Renventlow

bearbeitet, gelesen und gespielt von
Charlotta Bjelfvenstam und
Christian Kaiser

Wolf Christian Schröder: DEIN HUND – DEIN MÖNCH

DEIN HUND - DEIN MÖNCH
Briefwechsel zwischen A. Tschechow und O. Knipper

DEIN HUND – DEIN MÖNCH

Olga Knipper - Anton Tschechow.

Ein Briefwechsel.

Ausgewählt und übersetzt von Wolf Christian Schröder.

Eine szenische Lesung der besonderen Art mit
LESLIE MALTON und FELIX VON MANTEUFFEL

Tschechows Bekanntschaft, Liebesbeziehung und Ehe mit Olga Knipper fällt zeitlich (fast) zusammen mit der Entstehung und den Uraufführungen seiner vier Hauptdramen. Es sind gleichzeitig die letzten fünf Jahre seines Lebens.

In allen vier Stücken hat Olga Knipper tragende Rollen gespielt, sie war am neugegründeten Moskauer Künstlertheater engagiert, hat miterlebt, wie gerade in der Auseinandersetzung mit Tschechows Dramen ein neuer Theaterstil geschaffen wurde.

Ist diese Verknüpfung von Leben und Werk schon ungewöhnlich genug, bietet ein trauriger Grund uns die Möglichkeit, an diesen fünf Jahren voller Kreativität, reich an Liebe und künstlerischem Aufbruch teilzuhaben: Tschechows Krankheit. Er litt an TBC, und das zwang ihn, die meiste Zeit im Süden Rußlands, in Jalta auf der Krim zu verbringen. Seine Beziehung zu Olga war vor allem auch eine Briefbeziehung, denn Olga war ja fest am Künstlertheater in Moskau engagiert. Das Liebes- und spätere Ehepaar hat von diesen fünf Jahren nicht sehr viel gemeinsam verbringen können.

Es sind vor allem Liebesbriefe, aber es finden sich auch Angaben über Tchechows Stücke, Anweisungen, wie man sie spielen soll, Äußerungen zum Theater und zum Schauspielerberuf.

 

 

Vorstellung

17.12.2018, 19.30 Uhr

Wolf Christian Schröder
DEIN HUND - DEIN MÖNCH

Briefwechsel zwischen Anton Tschechow und Olga Knipper.

Eine szenische Lesung der besonderen Art mit

Leslie Malton
und
Felix von Manteuffel

Aufführungsrechte: JUSSENHOVEN & FISCHER Theater & Medien Verlag

 

Ottilie Müntzer – Der Regenbogen endet nicht

Ottilie Müntzer

Ottilie-Müntzer

URAUFFÜHRUNG

„…Deshalb ist meine freundliche Bitte an euch, ihr wollet meinem Weibe die Güter, die ich gehabt, folgen lassen, nämlich Bücher und Kleider, was noch daselbst ist und sie nichts um Gottes willen entgelten lassen…“
(Thomas Müntzer an die Mühlhäuser aus der Gefangenschaft in Heldrungen 17.5.1525)

In diesem Schriftstück bittet Thomas Müntzer, der „Satan von Allstedt“, der „Erzteufel“ wie Luther ihn nannte, im Angesicht seines Todes, für sein Weib.
Und sie? Ottilie Müntzer verschwindet vollständig, nach Müntzers Hinrichtung, in den Wirren der Geschichte. Sie und auch das gemeinsame Kind.
Wer war sie? Wie wurde sie die Frau an Müntzers Seite? Was wurde aus ihr?
Diesen Fragen folgt der Text „Ottilie Müntzer- der Regenbogen endet nicht“ und füllt dabei die wenigen historisch belegten Fakten mit Wahrscheinlichkeiten und Wünschen.
So hätte es gewesen sein können!

Ottilie von Gersen, Nonne, verläßt plötzlich das Kloster, bricht allein auf in eine aus den Fugen geratene Welt, heiratet den großen Reformator und späteren Führer des Bauernkrieges Müntzer, erlebt die Jahre 1523-1525, Zeit eines gewaltigen Umbruchs, hautnah an Thomas Müntzers Seite, wird Mutter, überlebt den Untergang tausender Bauern in der großen Bauernschlacht 1525 in Bad Frankenhausen und die Hinrichtung ihres Mannes in Mühlhausen und dann…?Der Text versucht ihr ein Gesicht zu geben. Während der Lesung erleben wir eine zerrissene, verzweifelte, unsichere Ottilie, eine wagemutige Frau und eine stolze, kluge Ehefrau und Mutter. Ein spannendes Frauenschicksal!

Der Schauspieler Daniel Minetti leiht während dieser Lesung Thomas Müntzer seine Stimme. Die Autorin des Dialoges Vicki Spindler übernimmt den Part der Ottilie Müntzer.
„Mein Name ist Ottilie Müntzer. Ich habe mit den Frauen die Regenbogenfahne genäht und ich habe geholfen die Zeit zu verändern. Und jetzt erzähle ich meine Geschichte“

Vorstellung

Text: Vicki Spindler
Lesung: Daniel Minetti und Vicki Spindler