Theodor Fontane: GRETE MINDE

Theodor Fontane
GRETE MINDE

Szenische Lesung mit Christian Klischat

GRETE MINDE
Novelle nach einer altmärkischen Chronik
 
Lichterloh brennt sie, die ehrenwerte Kaufmannsstadt, und nichts und niemand bleibt von der schrecklichen Verwüstung verschont. Entsetzt sucht man nach einem Schuldigen und findet ihn in der Unschuld. Mit falschem Zeugnis erhebt die märkische Elbestadt Anklage gegen Grete Minde und richtet sie als Brandtsifterin hin: so geschehen in Tangermünde zu Beginn des 17. Jahrhunderts!
 
Fast freihundert Jahre später gewinnen beide - Tat und Figur - Unsterblichkeit, als sich einer der großen deutschen Romanciers im 19. Jahrhundert des "brillanten Stoffes" annimmt. Theodor Fontanes "Grete" hat jedoch mit dem altmärkischen Vorbild nicht viel mehr als Ort, Zeit, Name und das apokalyptische Finale gemeinsam. Historische Genauigkeit ist es nicht, was die 1879 erschienene Novelle beherrscht. Ihr geht es vielmehr um "Charakter", um Menschenschilderung, um "ein Stück Wahrheit". Fontane schreibt von "Grete Minde, Patrizierkind, das durch Habsucht, Vorurteil und Unbeugsamkeit von Seiten ihrer Familie, mehr noch durch Trotz des eignen Herzens in einigermaßen großen Stil, sich und die halbe Stadt vernichtend, zugrunde geht." Auf zwei Jahre verdichtet er die Geschehnisse um sein höchst dramatisches Charakterbild und webt die Geschichte ein in ein kunstreiches Geflecht aus Sagen- und Märchenmotiven, Volksliedern und balladesken Tönen: eine berührende Reise in die schicksalhaften Verstrickungen einer jener plastischen Frauenfiguren, für die Fontanes Werk vor aller Welt ausgezeichnet ist.

Vorstellung

*17.05.2018, 19.30 Uhr

GASTSPIEL

Theodor Fontane
GRETE MINDE   

Szenische Lesung

Regie und Einrichtung:
Götz Brandt (u.a. Redakteur, Drehbuchautor, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Mainz)

Spiel:
Christian Klischat

Spieldauer: 90 min. ohne Pause

DER GELDKOMPLEX von Franziska zu Reventlow

DER GELDKOMPLEX
von Franziska zu Reventlow

Ein kurzweiliger Theaterabend zum Thema Geld

Was tun, wenn die Kredite ausgereizt, die Wohnung gekündigt und die Einrichtung gepfändet ist? Wenn die Gönner einen im Stich lassen und man das herrliche Leben nicht mehr angemessen in Saus und Braus genießen kann? Was, wenn immer neue Leute auftauchen, die nur das Eine wollen: Geld, Geld und noch einmal Geld?
F. zieht sich in eine exklusive Nervenheilanstalt zurück, um hier in aller Ruhe ihr in Aussicht stehendes Erbe abzuwarten und neue Bekanntschaften zu schließen: ein manischer Investor und spleeniger Bankrotteur; ein versoffener russischer Fürst, eine exaltierte Witwe, ein atheistisches Pastorensöhnchen - und nicht zuletzt zwanzig seekranke Kühe. Zusammen schmiedet man verwegene Pläne, um endlich das ganz große Geld zu machen ...
 
Franziska zu Reventlow (1871-1918) litt zeit ihres Lebens an chronischem Geldmangel. Ironisch widmete sie ihren satirischen, mit biographischen Elementen gespickten Roman "Der Geldkomplex" ihren Gläubigern. Fanny Gräfin zu Reventlow, wie sie damals hieß, stammte ursprünglich aus einer norddeutschen, aristokratischen Familie. Schon früh wuchs ein großer Wunsch in ihr: Endlich von zu Hause weg und malen! Und die Kunst zum Beruf machen. Allein das galt in ihren Kreisen schon als anrüchig. Mitten in der piefigen Kaiserzeit begehrte die "Schwabinger Skandalgräfin" gegen jegliche Moralvorstellung auf und setzte ihre persönliche Freiheit und Eigenständigkeit an oberste Stelle. So war sie nicht nur eine geschiedene Frau mit einem unehelichen Kind, sondern schlug sich alleine in den verschiedensten Berufen durch: als Schriftstellerin, Übersetzerin, Lehrerin, Glasmalerin, Versicherungsvertreterin, Schauspielerin und wenn gar nichts mehr ging - sogar als Gelegenheitsprostituierte.
 
Gut hundert Jahre nach seiner Veröffentlichung liest sich "Der Geldkomplex" wie ein ironischer Kommentar zu der "wirtschaftlichen Krisis" von heute.
Charlotta Bjelfvenstam und Christian Kaiser haben den Roman für die Bühne bearbeitet und führen ihn als szenische Lesung mit rasanten Rollenwechseln auf.
 
Eintritt nur gegen Geld:
Neurastheniker und Depressive: 22,-
Verhaltensauffällige und Neurotiker: 24,-
Schizophrene: 2 x 10,-
Intelligenzgeminderte: 29,-
Scheinbar Gesunde: 22,-
ermäßigt Gefährdete: 10,-
SpätkommendeunddamitvomLebengestrafte NUR auf Anfrage und NUR nach Maßgabe vorhandener Plätze: 10,-
 
 

Vorstellung

*12.04.2018, 19.30 Uhr

DER GELDKOMPLEX
von Franziska zu Renventlow

bearbeitet, gelesen und gespielt von
Charlotta Bjelfvenstam und
Christian Kaiser

Wolf Christian Schröder: DEIN HUND – DEIN MÖNCH

DEIN HUND - DEIN MÖNCH
Briefwechsel zwischen A. Tschechow und O. Knipper

DEIN HUND – DEIN MÖNCH

Olga Knipper - Anton Tschechow.

Ein Briefwechsel.

Ausgewählt und übersetzt von Wolf Christian Schröder.

Eine szenische Lesung der besonderen Art mit
LESLIE MALTON und FELIX VON MANTEUFFEL

Tschechows Bekanntschaft, Liebesbeziehung und Ehe mit Olga Knipper fällt zeitlich (fast) zusammen mit der Entstehung und den Uraufführungen seiner vier Hauptdramen. Es sind gleichzeitig die letzten fünf Jahre seines Lebens.

In allen vier Stücken hat Olga Knipper tragende Rollen gespielt, sie war am neugegründeten Moskauer Künstlertheater engagiert, hat miterlebt, wie gerade in der Auseinandersetzung mit Tschechows Dramen ein neuer Theaterstil geschaffen wurde.

Ist diese Verknüpfung von Leben und Werk schon ungewöhnlich genug, bietet ein trauriger Grund uns die Möglichkeit, an diesen fünf Jahren voller Kreativität, reich an Liebe und künstlerischem Aufbruch teilzuhaben: Tschechows Krankheit. Er litt an TBC, und das zwang ihn, die meiste Zeit im Süden Rußlands, in Jalta auf der Krim zu verbringen. Seine Beziehung zu Olga war vor allem auch eine Briefbeziehung, denn Olga war ja fest am Künstlertheater in Moskau engagiert. Das Liebes- und spätere Ehepaar hat von diesen fünf Jahren nicht sehr viel gemeinsam verbringen können.

Es sind vor allem Liebesbriefe, aber es finden sich auch Angaben über Tchechows Stücke, Anweisungen, wie man sie spielen soll, Äußerungen zum Theater und zum Schauspielerberuf.

 

 

Vorstellung

*Wir werden Sie rechtzeitig über neue Termine informieren.

Wolf Christian Schröder
DEIN HUND - DEIN MÖNCH

Briefwechsel zwischen Anton Tschechow und Olga Knipper.

Eine szenische Lesung der besonderen Art mit

Leslie Malton
und
Felix von Manteuffel

Aufführungsrechte: JUSSENHOVEN & FISCHER Theater & Medien Verlag

 

Ottilie Müntzer – Der Regenbogen endet nicht

Ottilie Müntzer

Ottilie-Müntzer

URAUFFÜHRUNG

„…Deshalb ist meine freundliche Bitte an euch, ihr wollet meinem Weibe die Güter, die ich gehabt, folgen lassen, nämlich Bücher und Kleider, was noch daselbst ist und sie nichts um Gottes willen entgelten lassen…“
(Thomas Müntzer an die Mühlhäuser aus der Gefangenschaft in Heldrungen 17.5.1525)

In diesem Schriftstück bittet Thomas Müntzer, der „Satan von Allstedt“, der „Erzteufel“ wie Luther ihn nannte, im Angesicht seines Todes, für sein Weib.
Und sie? Ottilie Müntzer verschwindet vollständig, nach Müntzers Hinrichtung, in den Wirren der Geschichte. Sie und auch das gemeinsame Kind.
Wer war sie? Wie wurde sie die Frau an Müntzers Seite? Was wurde aus ihr?
Diesen Fragen folgt der Text „Ottilie Müntzer- der Regenbogen endet nicht“ und füllt dabei die wenigen historisch belegten Fakten mit Wahrscheinlichkeiten und Wünschen.
So hätte es gewesen sein können!

Ottilie von Gersen, Nonne, verläßt plötzlich das Kloster, bricht allein auf in eine aus den Fugen geratene Welt, heiratet den großen Reformator und späteren Führer des Bauernkrieges Müntzer, erlebt die Jahre 1523-1525, Zeit eines gewaltigen Umbruchs, hautnah an Thomas Müntzers Seite, wird Mutter, überlebt den Untergang tausender Bauern in der großen Bauernschlacht 1525 in Bad Frankenhausen und die Hinrichtung ihres Mannes in Mühlhausen und dann…?Der Text versucht ihr ein Gesicht zu geben. Während der Lesung erleben wir eine zerrissene, verzweifelte, unsichere Ottilie, eine wagemutige Frau und eine stolze, kluge Ehefrau und Mutter. Ein spannendes Frauenschicksal!

Der Schauspieler Daniel Minetti leiht während dieser Lesung Thomas Müntzer seine Stimme. Die Autorin des Dialoges Vicki Spindler übernimmt den Part der Ottilie Müntzer.
„Mein Name ist Ottilie Müntzer. Ich habe mit den Frauen die Regenbogenfahne genäht und ich habe geholfen die Zeit zu verändern. Und jetzt erzähle ich meine Geschichte“

Vorstellung

Text: Vicki Spindler
Lesung: Daniel Minetti und Vicki Spindler