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Unterm Birnbaum
Kriminalnovelle von Theodor Fontane
Eine Kriminalnovelle oder Szenen einer Ehe – so oder so könnte man Fontanes Geschichte aus dem kleinen Oder-bruchdorf Tschechin nennen. Zwischen Neid, Misstrauen und Intoleranz suchen zwei Menschen ihr Lebensglück. Es ist eine verzweifelte Suche, zwischen Anpassung an die dörfliche Kleingeistigkeit und Auflehnung, entweder sie heulen mit den Wölfen oder sie geraten in die Schußlinie von Spottlust , übler Nachrede und bizarren Machtansprüc-hen. Ein Balanceakt, bei dem es nur Verlierer geben kann und der beide in eine ökonomische und emotionale Sack-gasse geraten lässt. Ein Verbrechen erscheint ihnen als einziger Ausweg. Es ist ein nahezu perfektes Verbrechen, das sie beide gemeinsam begehen, das aber gerade in der Perfektion seine selbstzerstörerisch Kraft entfaltet. Es ist eine Geschichte von wunderbarer Fontanescher Sprach-kraft, die wie die meisten seiner Geschichten auf einem tatsächlichen Vorkommnis beruht. Aber Fontane wäre nicht Fontane, wenn es ihm lediglich um einen Fall aus dem Kriminalarchiv ginge.

Buch und Regie: Barbara Abend
Musik und am Klavier: Ute Falkenau
Bühnenbild und Kostüme: Wiebke Horn
Mit: Gabriele Streichhahn, Manfred Möck, Volker Ranisch, Peter Rauch, Carl Martin Spengler

Zitat
"Der gemeine Raubmord wird zu einem tiefsinnigen Symptom allgemeiner Zustände. Nirgends prahlt das brutale Ereignis an sich, überall dient dieses nur zur psychologischen Aufklärung, die uns eine urkräftige Künstlerhand verschafft, und da das …Nachtstück sich im Oderbruch zuträgt, so nähert es sich desto mehr den Novellen des märkischen Odersohns Heinrich von Kleist."
(P. Schlenther 1889)

Ein Bild aus einer schmerzlich empfundenen "Schofelinskizeit" – wie Fontane es selbst benennt.

 
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