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Wunder befördern
Zwei heitere Einakter von Barbara Abend/Karel Čapek und Sean O’Casey




Humor besitzt, wer trotzdem lacht.

Es gibt Situationen, in denen das Theater in komischer Verzweiflung, ein bisschen selbstverliebt und ironisch über sich selbst erzählt, und - sonst wäre es ja nicht Theater, seinem Publikum augenzwinkernd mitteilt, es bedeutet die Welt, die auf den Brettern, stattfindet:

In diesem zugestandenermaßen verrückten Mikro-Kosmos „Theater“ spiegelt sich das Leben mit seinen Hoffnungen und Träumen, seinen Pleiten und Pannen, seinen Freundlich- und Boshaftigkeiten.
Da wird mit heldenhafter Pose in den Kampf gezogen gegen alle kollegialen Fußangeln und sonstigen Widrigkeiten dieser Welt, die man zu bestehen angetreten ist. Niederlage oder Sieg, aber stets mit der ultimativen Forderung, trotzdem zu lachen.

Ob nun eine zu kurz gekommene Existenz an einem Vorstadttheater über diese weltbedeutenden Bretter räsoniert oder zwei irische Bauern sich mit selbstzerstörerischem Eifer dem Hang zum Höheren verschreiben, immer heißt es mit Wilhelm Busch:


„Die Schwierigkeit ist immer klein, man muss nur nicht verhindert sein“


Nach einer Erzählung von Karel Čapek schrieb Barbara Abend den Monolog “Die Wunschrolle”, womit der Wunder-Abend eröffnet wird und mit Sean O’Caseys wunderbarer Geschichte “Das Ende vom Anfang” seine Fortsetzung findet.

Christoph Funke im Tagesspiegel vom 06.04.2009
Alles ist Unfug, und alles hat tiefere Bedeutung. Das trefflich Tränklein gegen Alltags-Tristesse – wer schlürfte es nicht gern?.... Spengler vibriert geradezu vor Spiellust, er ist mit allen Sinnen den Geheimnissen, Höhenflügen und Abstürzen des Theaters auf der Spur…. Jens-Uwe Bogadtke und Peter Rauch geben sich an die beiden Tunichtgute hin, die ihre schlichte Alltags-Welt im Krieg gegen die vermeintlich unterbeschäftigte Frau nicht in den Griff bekommen…Staunenswert, wie Franz Zauleck auf engstem Raum untergebracht hat, was für den tollen Reigen phantastischer Unglücksfälle gebraucht wird… Auf der Bühne triumphiert der Genuss am meisterlich zubereiteten Chaos.


Ernst Schumacher, Berliner Zeitung vom 08.04.2009
"In der... Inszenierung durch Barbara Abend wird durch Jens-Uwe Bogadtke und Peter Rauch, assistiert von Gabriele Streichhahn...dem Publikum ersichtlich viel Vergnügen bereitet...


„Wunder befördern“ von Ingeborg Pietzsch, April 2009
Nach Čapeks Novelle „Wie ein Theaterstück entsteht“ hat Barbara Abend auf bewundernswerte Weise einen Monolog erstellt, der feinsinnig und humorvoll einem Darsteller die Möglichkeit bietet, das ganze irrwitzige…Durcheinander von Rollengerangel, Proben und schließlich Premiere vorzuführen. Carl Martin Spengler gelingt das glänzend. Mit einem unvergleichlichen Facettenreichtum stattet er eine Fülle an Figuren aus… Seine sprachliche Variabilität wird auf’s Schönste ergänzt durch gestische Präzision und Farbigkeit… Was diesen ganzen Abend so liebenswert und angenehm macht und auszeichnet ist die Tatsache: Es sind Menschen auf der Bühne zu sehen, keine Selbstdarsteller oder personifizierte Regie-Einfälle, sondern Menschen mit ihren Widersprüchen und bei O’Casey zumal (auch) mit ihrer Skurrilität. Ein „Wunder“ muss man die Ausstattung von Franz Zauleck nennen – auf diesem Nudelbrett die Fülle an Requisiten und Mobiliar unterzubringen, ist schon eine Leistung, und sie ist goldrichtig. Barbara Abend hat alle drei Darsteller bestens in das zunehmend chaotische Durcheinander der Situationen „verwickelt“. Jens-Uwe Bogadtke als Darry zeigt einen quengligen, gespreizten, überheblichen Kerl, der seiner Frau so pampig-besserwisserisch begegnet wie dem armen Barry (Peter Rauch) dominant und diktatorisch. Gabi Streichhahn besitzt auch in der lütten Rolle der Lizzi eine hinreißende Präsenz auf der Bühne, kann schnippisch wie eifersüchtig sein und ist eine Bäuerin wie aus dem Buche…