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BERLINER GESCHICHTEN
Die Buchholzens oder
Wie angelt man einen Schwiegersohn

nach Julius Stinde "Die Familie Buchholz"
Was früher eine standesgemäße Heirat, ein zur Schau gestelltes Wohlleben war, mag heute das große Auto oder der Doktortitel sein - Kleinbürgerlichkeit ist ein Geisteszustand. Und dieser garantiert auch heute noch den Erfolg des Romans „Die Familie Buchholz“ des Wahlberliners Julius Stinde.

Er war der Bestseller um die Wende zum 20. Jahrhundert, es war als Hörspiel der „Straßenfeger“ in den 50er und 60er Jahren und als Film mit Elisabeth Flickenschildt ein Lach-Erfolg. Stindes heiter-satirischer Blick auf das so plüschige wie eitel-emsige Standesbewusstsein des gehobenen Berliner Kleinbürgertums versetzte die Leser und Hörer in große Heiterkeit, ohne dass sie bemerkten, dass sie bisweilen über sich selber lachten.

Und daran hat sich wohl auch heute – trotz der Zeiten und Jahre – nichts geändert.


Leitung: Barbara Abend
Mit Gabriele Streichhahn, Carl Martin Spengler
und Ute Falkenau am Klavier

Kritiken
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost
"Hoffnung ist der Streuzucker für den Rhabarber des menschlichen Lebens." Bei solchen Sätzen müsste eigentlich jeder gewissenhafte Redakteur rettend eingreifen. Genau die richtige Mischung hat nun das Theater im Palais gewählt, das "Die Buchholzens oder Wie angelt man einen Schwiegersohn" auf seine kleine Bühne bringt.
Der unterhaltsame Abend basiert auf einem Roman. Die satirischen Geschichten aus dem Leben der Hauptstadt erfahren in der Produktion von Barbara Abend keine Dramatisierung. Das Publikum im Palais erfreut sich an einer szenischen Lesung mit Plüsch und Pianobegleitung (Klavier: Ute Falkenau).
Die Schauspieler Gabriele Streichhahn und Carl Martin Spengler lassen den Kleinbürgerkosmos wunderbar lebendig werden.
Man hat im Theater im Palais nicht nur seinen Spaß mit Berliner Geschichte und Mundart, sondern zudem an der Erkenntnis, dass die meisten menschlichen Schwächen, etwa die Eitelkeit, nach wie vor aktuell sind. So lacht der Zuhörer an vielen Stellen auch ein wenig über sich selbst.

 
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